Im Gästeblog: Weisswasser 22.02.19

Der DEL2-Spielplangestalter genießt ja Land auf – Land ab nicht gerade den besten Ruf, und auch euer Schreiberling träumte schon öfters davon, ihm mal nachts in einer dunklen Gasse zu begegnen. Aber das mit den aktuellen Paarungen hat er sich schon fein ausgedacht: Erst letztes Wochenende als Fünfter gegen den Zweiten, dann beim Vierten, dieses Wochenende als Vierter gegen den Dritten und am Sonntag als Dritter beim Ersten. Eishockeyherz, was willst du mehr?

Ähnlich sah man das wohl auch in der Oberlausitz, denn die dortige Fanszene rührte kräftig die Bus-Werbetrommel für die beiden letzten Auswärtsfahrten gestern zu uns und am letzten Spieltag nach Kassel. Man steht unerwartet gut da und will dem Team zahlreich den Rücken stärken im Kampf um das Heimrecht in den Play-Offs.

Nur leider wurde das gestern nix mit dem großen Bus und so reiste man die 600 km aus „Běła Woda“ (sorbisch für Weißwasser) mit zwei 9er-Bussen an. Aber dem nicht genug: Darüber hinaus vergnügt sich zur Stunde noch eine 15-köpfige Truppe, die von gestern bis Sonntag per Zug angereist ist/war, im Städtle und wird in Kürze eine Altstadtführung unternehmen. Und zudem war noch eine weitere zehnköpfige Truppe Füchse-Fans mit Übernachtung in Kornwestheim dabei.

Ja, und wenn man dann zu dieser selten hohen Anzahl direkt aus dem Osten angereister ESW-Fans noch die ganzen Exilanten dazu nimmt, dann kommt da tatsächlich ein richtig gut gefüllter Gästeblock bei raus: Gezählte 150 Blau-Gelbe waren gestern Abend am Start! Das ist mal ne richtige geile Nummer und verdient ausdrücklich Respekt!

Wie eigentlich immer, wenn Weißwasser zugegen ist, wird einem durch die zahlreichen mitgebrachten Zaunfahnen auch was für das Auge geboten. Ach, irgendwie vermisse ich den alten Fuchsbau mit seinen Stahlrohrtribünen, wo dieser Fahnenkult in Weißwasser seinen Ursprung hatte, da auf beiden Geraden meist über die gesamte Länge unzählige Banner hingen. Allein schon das Zaunfahnenlager im alten Bunker der „Blue Sons“ war beeindruckend. Tolle Zeiten, damals…

Aber zurück in die Gegenwart. Zu Spielbeginn gab es im Gästeblock drei Tapeten zu begutachten: „Sprade TV: 5,95 €“ dann eine Reihe drunter: „Fan-Bus: 40.- €“. Und unten dann „Füchse live: Unbezahlbar“. Ja diesem Statement können wir uns vorbehaltlos anschließen, denn leider wird die Auswärtsfahrten-Kultur durch besagtes Sprade TV doch massiv beeinträchtigt. Die Gästefanzahlen lassen leider (immer) öfters zu Wünschen übrig…

Darüber hinaus hatten die Aktiven um „Collabo“ auch eine Trommel und einige Schwenkfahnen eingepackt, die auch über das gesamte Spiel hinweg immer wieder zum Einsatz kamen. Zusammen mit den gut zehn Zaunfahnen also in Sachen Optik und Anzahl ein Top-Auftritt der Jungs und Mädels von der polnischen Grenze!

Der Support dagegen war für die enorme Anzahl Mitgereister über weite Strecken eher enttäuschend. Die aktiven Fans im unteren Viertel des Blocks mühten sich zwar redlich und waren eigentlich nahezu durchgehend am singen, aber der Rest stieg nicht sonderlich oft in die Anfeuerung mit ein. Auch unter Berücksichtigung, dass es durch die vielen Exilfans immer schwierig ist, diese aktiv mit einzubinden, wäre da sicherlich deutlich mehr drin gewesen.

Man sollte aber auch berücksichtigen, dass das Spiel ziemlich suboptimal (um es mal nett auszudrücken) für die Füchse verlief. Eigentlich lief es zwei Drittel komplett an ihnen vorbei und sie hatten auf dem Eis nicht den Hauch einer Chance. Da sind sicherlich nicht wenige Gästefans mit größeren Erwartungen angereist, als das, was sie dann von Blau-Gelb geboten bekommen hatten. Und das wirkt sich selbstredend nun mal auch auf die Stimmung aus.

Wir freuen uns aber, dass gestern so viele Gästefans den Weg ins Ellental gefunden hatten, und insbesondere, dass zahlreiche Sachsen das Spiel zum Anlass genommen hatten, um in unserer Region zu übernachten und darüber hinaus eben auch noch die hiesige Gegend kennen zu lernen und am Wochenende noch zu erkunden, tolle Sache! (IPA)

2019 [Ice-Hawks Bietigheim]