Im Gästeblog: Weisswasser 13.02.18

Gestern war Fasnacht oder Faschingsdienstag. In unserer Region sicherlich nicht jedermanns Sache, aber es gibt sicherlich genügend Eishockey-Fans die sich auch dem närrischen Treiben verpflichtet fühlen. Das dritte Jahr in Folge findet an besagtem Dienstag nun ein Regelspieltag der DEL2 statt. 2017 durften wir nach Crimmitschau, 2016 gar nach Bremerhaven, 2015 war Landshut im Ellental zu Gast.

Dieses Jahr hatten die Lausitzer Füchse bzw. deren Fans die A-Karte gezogen. 600 km Anreise zu einem Spiel unter der Woche, herzlichen Glückwunsch! Aber auch die Distanzen bei den anderen fünf Spielen waren mit 512, 480, 425, 312 und 290 km einfach Anreise alles andere als fanfreundlich. Erneut ein dreifache Helau/Alaaf auf die jährliche Spielplanerstellung!

Warum kann dieser (vermeintlich) dilettantische Verband bei solchen Ansetzungen nicht einfach etwas mehr Fingerspitzengefühl zeigen? Da man ja Rücksicht auf den ach so tollen DEB nimmt bzw. nehmen muss, und ein wertvolles Wochenende in November für den Deutschland-Cup pausiert, sind die beiden Dienstags-Spieltage im Januar und eben gestern unumgänglich. Aber warum müssen dann die meisten Vereine und somit auch ihre reisewilligen Fans die nahezu größtmöglichen Distanzen bewältigen?

Man kann vor jedem Fan der Lausitzer Füchse nur Respekt zollen und den Hut ziehen, der/die sich am gestrigen Tag auf dem Weg ins Ellental gemacht hatte, und das war mit insgesamt 55 Schlachtenbummlern eine hervorragende Anzahl. Natürlich hatten es viele davon wohnsitz- und/oder berufsbedingt nicht sonderlich weit, aber es waren auch einige Fans direkt aus Weißwasser angereist, Chapeau!

Diese gehörten überwiegend der Gruppierung „Collabo“ an, welche somit auch für den großen Banner „Mission 7. Mann“ an der Balustrade verantwortlich waren. Dieser resultiert aus einer neu aufgelegten und umfangreichen Fan-Aktion, mit der seit ein paar Wochen versucht wird, der Mannschaft im Kampf um einen Pre-Play-Off-Platz den nötigen Rückhalt bei den (Heim)Spielen zu geben.

Nahezu alle Gäste beschränkten sich über die 65 Minuten auf die Verfolgung des Geschehens auf dem Eis. Äußerst selten wurde mal ein kurzer „Weißwasser“-Ruf von einigen Wenigen zum Besten gegeben. Auf der gegenüberliegenden Seite war das – ganz nebenbei erwähnt – auch nicht viel intensiver, Dienstag eben, dazu ein Spiel auf, naja, sehr mäßigem Niveau.

Außer den Bannern war kein weiteres Supportmaterial vorhanden und somit ist eigentlich alles erzählt. Außer vielleicht, dass noch ein paar wenige Unterländer erneut den Gästebereich bevölkerten. Ansonsten bleibt festzuhalten, dass die Motivation, sich lautstark zu verausgaben, an vielen Standorten derzeit zumindest stagniert, was sicherlich nicht nur auf die lange Punktrunde zurückzuführen ist. (IPA)

2018 [Ice-Hawks Bietigheim]