Im Gästeblog: Weisswasser 03.10.18

Oh je, vorgezogenes Heimspiel vom 09.12.18 (weil die Halle da belegt ist) an einem Mittwoch… Aber warte mal, da war doch was? Richtig, Tag der Deutschen Einheit und somit Feiertag! Feiertag ist immer gut, auch wenn er nur bedingt zu einem verlängerten Wochenende taugt, aber Hauptsache frei, werden viele denken.

Aber „Tag der Deutschen Einheit“ ist eben mehr als nur ein Feiertag, denn ohne die Vereinigung Deutschlands hätten wir gestern vielleicht ein Heimspiel gehabt, aber ganz sicher nicht gegen die Füchse aus Weißwasser oder wegen mir auch aus (der) Lausitz. Denn diese würden dann noch immer ihre meist acht Finalspiele als SG Dynamo Weißwasser gegen ihren einzigen Oberligarivalen vom SC Dynamo Berlin spielen.

Tja, für ein Mal nach Bietigheim kannste fast vier Mal in den Wellblechpalast nach (Ost)Berlin düsen (früher eher tuckern), aber hast halt weniger Abwechslung, ok, in einer Zweier-Liga gar keine. Dann doch lieber Vereinigung und am Feiertag ins Ellental fahren, oder?!

So dachten auch drei Autobesatzungen aus Weißwasser, die bereits sehr frühzeitig am Parkplatz in Bietigheim eintrafen und somit wohl deutlich weniger Stau auf der beschissenen A4 hatten, als wir am letzten Freitag. Ja, und wenn man schon mal Tabellenführer ist und einen Lauf hat, dann kommen da ja noch die Wirtsschaftsflüchtlinge Ausgewanderten aus ganz Süddeutschland und vereinzelt aus der benachbarten Schweiz angereist, und das waren eben aufgrund von Feiertag und sportlichem Höhenflug gar nicht so wenige!

Abgezählte 140 Gäste (darunter auch an die zehn Herrschaften aus dem Unterland) drückten den Füchse am gestrigen Spätnachmittag die Daumen. Das ist schon aller Ehren wert, egal woher die Blau-Gelben letztendlich angereist waren, und sind fast so viele Gästefans wie bei beiden Spielen der Fixxe im Ellental 2017-2018 zusammen!

Außer der ordentlichen Zaunbeflaggung hatte man gestern allerdings für das Auge überhaupt nichts im Gepäck. Dafür war aber immerhin eine Trommel am Start, die dann auch zur Koordinierung des Supports durchgängig genutzt wurde.

Besagter Support war für mein Befinden über weite Strecken enttäuschend. Klar haben sich die Aktiven den Allerwertesten aufgerissen, aber irgendwie ist der Funke nicht auf den großen Rest übergesprungen, da stieg zumindest in den ersten beiden Dritteln kaum jemand ein. Einzig beim „Weißwasser“-Schlachtruf oder eben nach den Toren wurde es flächendeckend lauter im J-Block.

Vielleicht muss man da auch etwas Verständnis für die beiden ‚Parteien‘ aufbringen. Wenn du wöchentlich von der Lausitz aus auswärts fährst, hast du ja bis auf wenige Ausnahmen in den unterschiedlichen Regionen immer andere Füchse-Fans am Start (Stichwort Exilanten), ich stell mir das schon schwer vor, mit denen dann warm zu werden, um supporttechnisch an einem Strang zu ziehen. Da machst dann vielleicht echt lieber dein eigenes Ding und gut ist.

Auf der anderen Seite die weit verstreute Schar an ausgewanderten Fans der Lausitzer Füchse, die halt nur sehr selten ihr Team so richtig live (und nicht über Sprade-TV) sehen, die wollen dann wohl einfach nur das Spiel gucken (wie auf der Couch) und sich nicht 60 Minuten die Lunge aus dem Leib schreien, und kennen wohl auch nicht wirklich viele Lieder, was ja auch erklären würde, warum viele nur beim alten Gassenhauer einsteigen.

Wie dem auch sei, so wurde halt das große Potential nicht wirklich ausgenutzt. Änderte aber trotzdem nix am Sieg. Tja, und hätte man jetzt mal ein paar eigene Fahnen dabei gehabt, dann wären uns die beiden hässlichen Lappen in Anlehnung an die niederländische und französische Flagge erspart geblieben. Schon komisch, Gelb-Blau gewinnt und man reckt Rot-Weiß-Blau in die Höhe…

Naja, jedem das Seine, aber Niveau ist eben keine Hautcreme. Daher wird es wohl eher nicht passieren, dass wir beim nächsten Spiel in der Lausitzer Lagerhalle Rot-Weiß-Schwarze oder gar Blau-Weiße Fahnen dem Heimpublikum präsentieren. Und das eher nicht, weil wir (unter dem Trainer) eh nicht gewinnen… (IPA)

2018 [Ice-Hawks Bietigheim]