Im Gästeblog: Kaufbeuren 31.03.17

Spiel 1 im Halbfinale gegen das (neben Bayreuth) zweite Überraschungsteam der Saison stand am gestrigen Abend im heimischen Ellental an. Zu Gast der ESV Kaufbeuren, welcher in einer irren Viertelfinalserie gegen die Eislöwen aus Dresden erst wie der sichere Sieger, dann urplötzlich doch wie der Verlierer aussah, und letztendlich im 7. Spiel an der Elbe den Einzug ins Halbfinale feiern konnte, und somit eine riesige Euphorie im Allgäu auslöste!

Denn es kam in der Vergangenheit nicht allzu oft vor, dass das alte und nach dieser Saison ausgediente Stadion in Kaufbeuren mit nur noch 2.600 Zuschauern Kapazität ausverkauft vermelden konnte, doch in allen drei Spielen gegen die Eislöwen und auch in den beiden anstehenden Begegnungen gegen uns war bzw. ist das binnen kürzester Zeit der Fall gewesen.

Doch nicht nur daheim sind die Buron Joker am durchdrehen! Auch auswärts wurde am gestrigen Abend ein bleibender Eindruck hinterlassen. Waren die Gästefanzahlen in der Viertelfinalserie in Dresden mit 25, 150 und 10 Leuten noch wenig spektakulär, so machte sich am gestrigen Freitag eine kleine Invasion aus dem Allgäu vom 230 km entfernten Kaufbeuren auf ins württembergische Bietigheim-Bissingen.

Denn nicht weniger als vier (!) Busse konnte man in kürzester Zeit füllen, man bedenke nur, dass der Halbfinaleinzug erst am Dienstagabend in trockenen Tüchern war (ok, man munkelt, es wurden Anmeldungen bereits vor/zum/beim 6. Spiel der Serie für ein etwaiges Halbfinale in ‚Bi-Bi‘ entgegen genommen) und somit gerade mal 2 Tage Zeit blieben, um alles fix zu machen. Respekt dafür, Euphorie hin oder her, dass muss man trotzdem erst einmal gebacken bekommen!

Zudem reisten noch zahlreiche Privatfahrer von der Wertach an die Enz, sodass wir insgesamt 360 Gäste aus dem Regierungsbezirk Schwaben in unserer Halle begrüßen durften! Eine tolle Zahl, die ein vielfaches dessen darstellt, was Kaufbeuren sonst so in der „ETA“ am Start hat. Zum Vergleich, in den letzten vier Punktspielen durften wir 70, 30, 90 und 25 Rot-Gelbe im J-Block begrüßen.

Besagter Block war dann am gestrigen Abend auch zu zwei Dritteln den Gästen abgesperrt worden, welche sich kurz nach Hallenöffnung in stattlicher Zahl dort einfanden und bis zum Anpfiff schon zahlreiche Gesänge zum Besten gaben. Bereits zu diesem Zeitpunkt merkte man dem Gästehaufen die große Freude und Euphorie an, die erste Halbfinalteilnahme seit der Saison 1992/1993 stand bevor, welch ein Highlight!

Zum Einlauf der Spieler lies man sich auch nicht lumpen, und konnte mit zehn Schwenkfahnen, zahlreichen roten und gelben Luftballons sowie einem Banner mit dem Aufdruck „kein Bock auf Sommerpause“ weiter Punkten! Besagter Banner blieb übrigens während des gesamten Spiels am untersten Wellerbrecher über den weiterhin – aus Protest gegen Stadionverbote – verkehrt herum aufgehängten Gruppenbannern hängen!

Danach legte man los wie die Feuerwehr, richtig lauter Support war die ersten Minuten angesagt, der drang bis zur Heimkurve durch. Ruhiger wurde es erst, als unsere Spieler ihrem Gegner Knoten in die Beine spielten, was aber nicht von langer Dauer war, und schon war der Gästeblock wieder auf der Höhe, speziell nach der kurzzeitigen Führung war richtig Alarm gegenüber!

Auch im zweiten Drittel änderte sich daran nicht viel. Mit Trommel, Megaphone und zwei Vorsängern konnte man bis zu 90% der Mitgereisten in den Support mit einbeziehen, ein toller Wert, gerade bei einer so großen Anzahl! Auch wurde für das Auge noch einiges geboten, Sitzeinlagen, gemeinsames Schunkeln und schöne Klatscheinlagen waren ebenso mit dabei wie mehrere Wechselgesänge.

Daran änderte sich auch nach dem Rückstand nicht wirklich viel. Man zog quasi sein Ding durch, die Party stand absolut im Vordergrund, und das auch noch nach Spielende, denn irgendwie wollten die Gäste einfach nicht gen Heimat reisen und sangen/feierten in großer Anzahl noch locker 15 Miuten weiter, in kleiner Anzahl sogar noch eine halbe Stunde nach Spielende.

Ein so großer Gästehaufen hat meist auch nicht ganz so pflegeleichte Kandidaten am Start, erst recht freitags, wo die Hopfenkaltschalen meist etwas schneller geleert werden. Dafür war der ganze Auftritt aber dennoch ziemlich fair. Es gab keine nennenswerten Probleme, weder bei der An- & Abreise, noch während des Spiels, wenn man mal von zwei einzelnen, alkoholbedingten Ausfällen absieht.

Leider gab es aber dennoch einen sehr schlimmen Vorfall. In einer Drittelpause stürzte ein Gästefan im Außenbereich wohl über die Brüstung einige Meter in die Tiefe und wurde mit Notarzt und Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht. Dem Fan geht es scheinbar den Umständen entsprechend gut, was immer das ad hoc heißen mag. Wir wollen dieses Medium auch nicht zur Spekulation nutzen, sondern dazu, um auf diesem Weg die besten Genesungswünsche mit hoffentlich schnellstmöglicher und vollständiger Heilung zu übermitteln!

Abschließend bleibt zu sagen, dass das sicherlich einer der besten Gästeauftritte dieser Saison im Ellental gewesen ist, wenn nicht sogar der beste! Die bereits mehrfach erwähnte Euphorie spielte der aktiven Fanszene sicherlich gut in die Karten, aber trotzdem muss man es erst einmal schaffen, eine so große Anzahl an Fans über 60 Minuten in den Support einzubeziehen. Das ist den Aktiven über weite Strecken sehr gut gelungen! (IPA)