Im Gästeblog: Kassel 30.09.18

Den Auftakt zu drei Heimspielen in Folge binnen sechs Tagen machte am späten Nachmittag des gestrigen Sonntags die Partie gegen die Huskies aus dem nordhessischen Kassel. Bei herrlichem Spätsommerwetter bedeutete das für die Gästefans eine Anreise von 340 km einfach.

Wir haben in den vier Gästeblogs der letzten beiden Spielzeiten gegen die Huskies immer wieder unser Unverständnis darüber geäußert, wieso die vermeintlich aktive Fanszene der Blau-Weißen im Ellental jeweils mit Abwesenheit glänzte. Bei drei Sonntagsspielen (und einem Spiel an einem Dienstag) um 17:00 Uhr gibt es weiß Gott größere Herausforderungen, präsent zu sein.

Natürlich wollen wir nicht unerwähnt lassen, dass natürlich dennoch unorganisierte Huskies dabei waren, wenn auch meist in überschaubarer Anzahl. Wie z.B. die Reisegruppe „J5“ vom „Heuboden“, der Fankurve in Kassel, die auch gestern wieder mit einem 9er-Bus am Start war. Aber eben Fehlanzeige von „Society“ und „Nordhessen Supporters“.

Doch das sollte sich gestern endlich mal wieder ändern! Als wir gegen 15:15 Uhr direkt von unserer Dresden-& Tschechien-Tour auf den Parkplatz einbogen, waren bereits zwei Autos der besagten „Society“ eingetroffen und zelebrierten bei Musik noch einen kleinen Umtrunk. Letztendlich sollten es dann um die 15 Aktive sein, die angereist waren.

Dazu noch die (für einen Sonntag) üblichen 45 weiteren Gästefans aus Nordhessen; ergibt eine ordentliche Anzahl von 60 Auswärtigen im J-Block. Auch wenn man bei einem Verein, der allein schon 14 Spielzeiten in der DEL verbrachte, und letzte Saison einen Schnitt von 3.300 Zuschauern – und das trotz der maroden Eishalle! – daheim aufweisen konnte, vielleicht mehr erwarten dürfte.

Das Spiel wurde bei den Gästen dann mit reichlich Material eingeläutet, um die zehn Fahnen sowie zwei Doppelhalter waren neben einer Trommel im Gepäck, sehr schön! Auch hatte man insgesamt sechs Zaunfahnen dabei, die gelb-rote mit dem Aufdruck „1946“ ist übrigens eine Hommage an die Fans der SC Langnau aus der Schweiz, mit denen die „Society“ eine Freundschaft pflegt. Allerdings waren keine Gäste aus dem Emmental im Kanton Bern anwesend, obwohl sie gestern kein Spiel hatten.

Nach Jahren der Abwesenheit hatte man wohl einiges aufzuholen, und so legten die Gästefans gleich ordentlich los und feuerten ihr Team ohne nennenswerte Pausen an. Der Spielverlauf im ersten Drittel sorgte für euphorische Zustände unter mitgereisten Schlittenhunden, und man nutzte die deutliche Führung auch für diverse Einlagen, sei es durch gemeinsames Hüpfen, Schunkeln oder auch dem weiteren Einsatz der mitgebrachten Schwenkfahnen.

Letztendlich konnte man im Gästeblock ein Fest ohne große Ängste einer drohenden Niederlage oder zumindest eines engen Spiels feiern. Dementsprechend ausgelassen war der Support auch über die 60 Minuten und konnte dabei – für die Anzahl der Mitfahrer – nahezu immer überzeugen. Der muss aber jetzt trotzdem noch sein: Seht ihr, ist doch gar nicht so schwer, sich in der Fremde blicken zu lassen. Und man wird auch noch mit 8 (!) Toren des eigenen Teams belohnt, da kommst aus dem jubeln/feiern gar nicht mehr raus!

Bemerkenswertes spielte sich dann noch nach Spielende ab. Da es hier ja um die Gästefans geht, ist eher nicht die beeindruckende Art und Weise, wie die Heimkurve ihre geknickten Helden nach einem Null-Punkte-Wochenende mit 14 (!) Gegentoren wieder aufbaute, sondern eher, dass die Gästefans, abgesehen davon, dass sie unsere Spieler ebenfalls mit Applaus in die Kabine verabschiedeten (Hut ab dafür!), ein „Scheiß Heilbronn, Steelers SCB“ intonierten. Zwar war die Heimkurve sich akustisch nicht ganz sicher, ob sie da grad richtig anhand der Melodie gehört hatte, aber letztendlich sangen dann beide Kurven eines unserer beliebtesten Lieder im Einklang, Sachen gibt’s…

Als dann die Halle komplett leer war zogen einige ECK’ler vom Parkplatz aus noch los in Richtung Haupteingang, was der Schmier so gar nicht schmeckte. Aber letztendlich war das Ziel des Weges der eigene Mannschaftsbus, wo die Gästefans den Sieger noch ein wenig hochleben ließen, bevor es dann doch zurück in die Heimat ging. (IPA)

2018 [Ice-Hawks Bietigheim]