Im Gästeblog: Heulbronx 28.02.20

Die Spielplangestalter der DEL2 kriegen ja oft und meist auch zurecht ihr Fett ab, man denke da nur an die zahlreichen Hin- und Rückspielwochenenden gegen die jeweils selben Vereine in dieser Saison. Aber das mit der Ansetzung der Derbys und insbesondere des gestrigen, letzen Derbys der Punktrunde 2019-2020 haben sie (bzw. der Computer) gut hinbekommen, da können nicht mal wir meckern!

Denn so war über die übliche Brisanz noch extrem viel Spannung im Spiel. Wir waren zum Siegen verdammt, wollten wir nicht ein Endspiel über die Entscheidung ob (Pre)Play-Off oder eben Play-Down am morgigen Sonntag in Kassel haben. Und so war die Halle dann auch erstmals in dieser Saison restlos ausverkauft, woran auch die Fans aus dem Unterland nicht unerheblichen Anteil hatten.

Zwar gab es bis Mittwoch sogar noch Stehplätze für deren abgesperrten Stehplatzsektor, welcher knapp zwei Drittel der Kurve und somit um die 500 Fans beherbergen sollte, aber letztendlich war dieser ebenso mit HEC-Fans komplett gefüllt, wie der angrenzende Sitzplatzblock I. Auch im daneben befindlichen H-Block fanden sich noch einige Duzend Heulbronxer ein, sodass man insgesamt von einer respektablen Anzahl von ca. 750 Gästen ausgehen konnte.

Damit geht der vermeintliche „Schwanzvergleich“ in dieser Saison erstmals seit vielen Jahen wieder an den Anhang aus der hässlichsten Stadt Deutschlands, denn deren Einwohner schafften es zu den beiden Derbys in Bietigheim mehr Fans zu mobilisieren als umgekehrt. Sicherlich hängt das nicht unwesentlich mit dem sportlichen Erfolg und der jeweiligen Tabellenplatzierung zusammen, wird der HEC doch nach einigen Jahren die Punktrunde mal wieder vor den Steelers beenden.

Die aktive Fanszene aus Heulbronx hatte neben den üblichen Zaunfahnen noch drei Trommeln dabei, und zum Einlauf der Teams kamen rund zehn Schwenkfahnen zum Einsatz, wovon zwei auch im weiteren Spielverlauf geschwenkt wurden. Naja, nicht wirklich atemraubend, aber besser als nix, wie eben bei uns, was aber halt auch so seine Gründe aktuell hat.

Der Gästemob überzeugte vom Anpfiff weg mit einen guten Support, was sicherlich auch am recht einseitigen Spielverlauf lag, denn die Falken waren deutlich stärker, auch wenn es nach 13 Minuten 1:0 für das Heimteam stand. Doch mit zunehmender Spieldauer verflachte die Anfeuerung zusehend und beschränkte sich bis auf wenige Momente auf den harten Kern im unteren Teil des Blocks. Zumindest kam es mir so vor, wenn auch überwiegend aus der Position der Heimkurve, da ja der Umlauf mal wieder abgesperrt war.

Insgesamt fand ich den Auftritt ziemlich durchwachsen (um nicht zu sagen enttäuschend) für die große Anzahl Mitgereister und auch in Anbetracht dessen, dass man nicht – wie sein Gegenüber – zum Siegen verdammt war, sondern frei aufspielen und somit anfeuern konnte. Vielleicht hab ich auch irgendwas verpasst, weil die Fokussierung eben doch aufgrund der Konstellation mehr dem eigenen Spiel galt, aber so war nun mal meine subjektive Einschätzung des gestrigen Abends in Puncto Support. (IPA)

2020 [Ice-Hawks Bietigheim]