Im Gästeblog: Heulbronx 26.11.17

Endlich stand das erste Heimderby der Saison an. Und da die Falken sogar mal nicht abgeschlagen Letzter (oder Vorletzter) waren, konnte man sicherlich mit mehr Gästen als in den letzten beiden Spielzeiten rechnen. Tabellarisch zwar noch immer kein Duell auf Augenhöhe, was eine ausverkaufte Hütte garantieren würde, aber allemal besser als die Jahre zuvor.

Dementsprechend nervös waren im Vorfeld auch die hiesigen Ordnungshüter und gaben den Steelers ganz skurrile Maßnahmen vor: Da wurde doch tatsächlich verlangt, dass die 30 Dauerkartenbesitzer für den J-Block zum gestrigen Spiel auf Sitzplätze umgesiedelt werden. Nicht weil die Unterländer die ganze Kurve benötigen, nein, es gingen dennoch 300 Tickets in den Verkauf für Steelers-Fans, die waren für die Herrschaften aus der Stuttgarter Straße 57 kein Problem, nur die besagten DK-Besitzer…

Aber kommen wir nun zu den eigentlichen Hauptdarstellern des Gästeblogs, den Fans aus der Käthchenstadt. Diese bestätigten die eingangs geäußerte Vermutung des größeren Zulaufs, denn in der Geschäftsstelle des HEC konnten an die 400 Tickets abgesetzt werden. Das war schon mal mehr, als bei allen vier letzten Auftritten der Heulbronxer im Ellental jeweils gesamt zu Gast waren.

Somit war den Unterländern zwei Drittel des J-Blocks abgesperrt worden, wo sich allerdings ’nur‘ um die 350 Falken einfanden. Dazu kamen dafür noch an die 100 Rot-Weiß-Blaue im angrenzenden Sitzplatzbereich, sodass wir insgesamt auf 450 Gästefans gekommen sind!

Die aktive Szene um das „Inferno“ reiste teils per Zug und teils mit Autos an, positionierte sich mittig in der Kurve, und somit ziemlich weit links im Gästeblock vom Eis bzw. der Heimkurve aus betrachtet. Im Gepäck hatte man drei Banner und eine Trommel (plus eine Trommel eines unorganisierten Fans).

Einmal mehr gab es auch gestern wenig für’s Auge, zum Einlauf der beiden Mannschaften wurden im Gästesektor sieben Fahnen geschwenkt, die auch während des Spiels immer wieder zum Einsatz kamen. Das war es dann aber auch schon. Man hat ja schon kaum noch Ansprüche an den Rivalen, aber selbst die werden meist noch enttäuscht, da eben optisch so gut wie nie was (gescheites) von den Unterländern kommt!

Dafür wurde vis-à-vis bereits vor Anpfiff ordentlich Stimmung gemacht, da zog ein Großteil des Blocks noch mit, was sich aber nach einigen Minuten im ersten Drittel immer mehr auf den unteren Stimmungskern reduzierte. Dieser war zwar durchgängig bemüht, und ließ sich auch vom zwischenzeitlich hohen Rückstand nicht irritieren, fand aber bei den restlichen Mitgereisten wenig Unterstützung.

Das änderte sich eigentlich erst wieder nach dem 4:2 Anschlusstreffer im letzten Drittel. Man witterte Morgenluft und raffte sich nochmals auf, und wurde kurz darauf mit dem 4:3 belohnt! Nun war richtig Action im Gästeblock, nahezu jeder beteiligte sich am Support, selbst die Sitzplätzler standen auf und stiegen in den Gesang mit ein.

Jetzt war es endlich ein richtiges Derby! Die Heimkurve war nun auch mal richtig gefordert dagegen zu halten, und die letzten Minuten war ordentlich was los in der Hütte, so könnte es ruhig 60 Minuten und nicht nur sechs (bzw. fünf) Minuten lang sein! Aber gut, dafür war wohl das Spiel über weite Strecken einfach zu einseitig.

Trotz der Niederlage bekamen die HEC-Spieler viel Applaus aus dem Gästeblock mit auf den Weg in die Kabine. Allerdings fuhren nur wenige Cracks in Richtung mitgereistem Anhang, der Großteil drehte nach den Shakehands mit dem obligatorischen ‚Schlägerheben‘ in Richtung Fanblock bereits ab zur Kabine.

Außer den üblichen, verbalen Meinungsverschiedenheiten (diesmal aber erst nach Spielende) mit den SCB-Fans im J-Block gab es in und außerhalb der Halle keine nennenswerten Ereignisse. Da hatten einige Amtsträger mit Schlimmeren gerechnet, nachdem am Abend zuvor beim Spiel unserer Amateure gegen die Eisbären Heulbronx in der Damentoilette vollkommen sinnfrei ein Bengalo gezündet, und somit durch den Alarm eine Hallenräumung ausgelöst wurde.

Da ja die werte Polizei maßgeblich Einfluss auf Ansetzungen der Derbys in der Spielplangestaltung nimmt, darf man sich ruhig mal selbst hinterfragen, warum man Dauerkarteninhaber umplatziert, aber keine Bedenken hegt, wenn am Abend vor dem Derby das andere Team aus dem Unterland in der ‚ETA‘ antritt, und somit alle öffentlichen Bereiche unkontrolliert zugänglich sind… (IPA)