Im Gästeblog: Heulbronx 25.11.18

Endlich stand das erste Derby im heimischen Ellental an. Und endlich auch einmal halbwegs auf Augenhöhe, zumindest was die Platzierung beider Teams vor dem Spiel anbelangen sollte. Es ist Jahre her, dass zwischen den beiden Rivalen so wenig Tabellenplätze lagen, wie es eben gestern Nachmittag (noch) der Fall war.

Dementsprechend positiv verlief der Ticketverkauf auf beiden Seiten, sodass mit etwas Glück endlich mal wieder „ausverkauft“ hätte verkündet werden können. War aber nicht ganz der Fall, dennoch eine tolle Kulisse, zu der endlich (die Dritte) auch mal wieder die Unterländer beitrugen. Denn um es gleich vorwegzunehmen: Gut 600 HEC’ler fanden sich im J-Block und den angrenzenden Sitzplätzen ein.

Etwa 130 davon und somit nur etwas mehr als ein Fünftel folgte dem Aufruf der relevanten Fan-Gruppierungen der Falken, um gemeinsam mit dem Zug anzureisen. Ok, im Vergleich zu den letzten Zugfahrten waren das schon deutlich mehr, aber sicherlich dennoch ausbaufähig. Als diese dann gegen 16:00 Uhr die Halle betraten, fanden sie einen Gästebereich vor, dem mittels doppelter Absperrung etwas mehr als die Hälfte der Kurvenkapazität zugestanden wurde.

Das reichte sowohl für die mitgebrachten Zaunfahnen als auch für die Anzahl an Tickets, die in die hässlichste Stadt Deutschlands verkauft wurden. Und wenn deren Bewohner die Lücken im Block aufgefüllt hätten, wären derer weniger im Umlauf gestanden. Aber gut, solche Situationen ist man von daheim halt nicht gewohnt…

Apropos Zaunfahnen. Zwischen den Exemplaren der HEC-Fanszene wurde auch ein Banner der „Supporters Weiden“ angebracht. Eigentlich nicht weiter erwähnenswert, die Freundschaft sollte bekannt sein. Irritierend war nur, dass deren Verein nahezu zeitgleich und gleich weit entfernt unter der Zugspitze zu Gast war. Naja, wenn die Freundschaft wichtiger ist, als der eigene Verein… Übrigens, die beiden Vereine der Gäste auf der Heimseite – nur falls jemand dumm kommen will – waren gestern spielfrei, aber das wirklich nur am Rande.

Im Vorfeld der Partie wurde vom „Kollektiv Heilbronn“ eine Choreo angemeldet. Wow! Sollte also endlich mal wieder optisch in einem Hauptrundenspiel von Heulbronxer Seite aus was kommen? Abgesehen von den (ausgelutschten) Folienschals in der Saison 15/16 gab es seit fünf Jahren von Unterländer Seite nix mehr zu begutachten, weder hier noch dort. Und für die Verhältnisse am Neckar war das schon ganz ordentlich: Folienfähnchen in rot, weiß und blau, dazu oben ein Folienspruchband mit der Aufschrift „Heilbronner EC seit“ und unten ein Banner an der Ballustrade mit mit den großen Ziffern „1986“ – dem Gründungsjahr des HEC.

Wie schon erwähnt, beim Volk aus dem unteren Land ist man ja schon froh, wenn überhaupt was für das Auge geboten wird, daher ein Lob an dieser Stelle, dass man sich mal wieder aufgerafft hat bzw. das Jungvolk motiviert zu Werke gegangen war. Den Ansprüchen der Choreo-Enthusiasten auf der Heimseite dürfte die Darbietung wohl nur ein müdes Lächeln abgerungen haben, hätte man aus der Aktion selbst sicher mehr machen können. Aber aller Anfang ist schwer, es folgen ja noch weitere Derbys, also weiter so!

Ein müdes Lächeln stellte man dann in unserer Blockmitte auch fest, als nach den Intros der Support gegenüber startete. Was sah das geschulte Auge denn da?? Ja, richtig ein Männlein vor dem Block. Und was hatte das Männlein in der Hand? Auch richtig, ein Megaphone! 1+1 ergibt in dem Fall ein Megaphone-Männlein. Ein in den letzten Jahren von der HN-Szene sehr gerne abwertend genutzter Begriff gegenüber dem Steelers-Vorschreier. Wie sich die Zeiten doch ändern. Ganz nach dem Motto: „Was juckt mich mein dummes Geschwätz von früher“. Klasse Jungs, gibt es gleich nochmals ein „weiter so“ hinterher!

Der Support startete dann durchaus verheißungsvoll und wurde gestützt durch eine Trommel. Da es (wie üblich) auch nicht lange dauerte, bis der Puck im heimischen Tor lag, wurde auch gleich im ersten Drittel die beste Performance des gesamten Abends gezeigt. Mit dabei auch Hüpf- und Klatscheinlagen und eine ordentliche Beteiligung unter den 400 Kurvenstehern. Nach den Ausgleich ebbte die Unterstützung etwas ab, ‚rettete‘ sich aber halbwegs in die Drittelpause.

Aus der startete dann der Gästeblock deutlich motivierter als das Falken-Team in den Mittelabschnitt. Binnen knapp zwei Minuten klingelte es gleich drei Mal im eigenen Tor und vorbei war es mit der ordentlichen Stimmung. Der Kern der Supportwilligen schrumpfte nach dem fünften Gegentreffer (verständlicherweise) noch weiter und da auch das letzte Drittel keine Besserung bot, blieb dem aktiven Haufen nur übrig, sich mit einigen Pöbeleinlagen gegen die Heimseite in ihr verdientes Schicksal zu ergeben.

Tja, somit sind die Steelers in der noch jungen Saison bereits zum zweiten Mal DERBYSIEGER! Vor dem gestrigen Spiel haben damit wahrlich nicht viele gerechnet, erst recht beim Blick auf unsere bisherige Heimbilanz. Aber vielleicht kam der HEC gerade zur rechten Zeit im Ellental vorbei und wurde letztendlich gediegen gerupft. Aber es bleiben noch mindestens zwei Aufeinandertreffen, am Freitag, 04. Januar 2019 kommt es im unterländischen Ghetto zum dritten Derby, haltet euch den Termin frei! (IPA)

2018 [Ice-Hawks Bietigheim]