Im Gästeblog: Heulbronx 11.02.18

Am gestrigen Abend stand das vierte Derby der aktuellen Saison auf dem Programm. Die hiesige Staatsmacht hatte die Begegnung zum „High-Risk-Spiel“ befördert, was folgende Neuerung beinhaltete: Nachdem der Umlauf ja bekanntlich bei allen Spielen durch die „Enztalkurve“ unterbrochen ist, wurde für die gestrige Partie auch die gegenüberliegende Seite komplett abgesperrt. Wer keine Karte für den Gästebereich hatte, kam nach der Hälfte des J-Blocks und hinter der Gegengerade nach dem H-Block nicht weiter, Zutritt nur für Gäste! Somit mussten alle Steelers-Fans aus den Blöcken E bis H die Halle über den Nordeingang betreten. Ein absolutes Novum, ja, auch bei den Derbys!

Ansonsten war aber alles wie bei den anderen Heimderbys auch. Die ‚Schmier‘ war nicht in größerer Anzahl als sonst präsent. Und, um es gleich vorwegzunehmen, sie konnte einmal mehr in vollen Zügen ein diesmal äußerst enges und hitziges Derby verfolgen. In größerer Anzahl als zumindest in den letzten Jahren waren die Unterländer am Start. Die bereits sehr ordentliche Anzahl von 450 HEC’lern aus dem ersten Spiel im Ellental wurde nochmals etwas übertroffen.

Neben gut 350 Gästefans im Stehplatzbereich fanden sich weitere 100-150 Falkenfans im angrenzenden I-Block sowie vereinzelt im daneben befindlichen H-Block ein, sodass wir mal von wohlwollend aufgerundeten 500 HEC’lern ausgehen, was die beste Anzahl der letzten Jahre darstellte.

In der Kurve waren die üblichen Banner zu sehen, diesmal ergänzt um den vom „Kollektiv Heilbronn“, einer neuen und jungen Gruppierung aus dem Unterland. Zur Koordinierung des Supports hatte man zwei Trommeln im Gepäck. Ansonsten war in Sachen Optik nicht viel geboten, fünf Schwenkfahnen hatte man eingepackt, das war es dann auch schon.

Der erste Gesang aus dem J-Block richtete sich selbstredend an die Heimfans, das ist ok und sollte in einem Derby auch so sein. Dumm nur, wenn man in der Folgezeit nahezu gänzlich vergisst, dem eigenen Team den Rücken zu stärken. Dafür hatte die Heulbronx aber ihr ausgefeiltes Vokabular zum Besten gegeben. Auf Platz eins des Wortschatzes unangefochten „Hurensöhne“, in allen Variationen wurde das angewendet, egal ob im Zusammenhang mit „SCB“, oder „jeder Steeler ist ein …“ und Shawn Weller ja sowieso. Beliebt auch der Gesang, der vom Vater und seinem Sohn handelt (ihr wisst schon), dagegen war das „scheiß Bietigheim“ ja richtig herzerfrischend.

Werte Leserschaft, nicht falsch verstehen… Es war ein Derby, unser einziges Derby in dieser Liga. Da muss man sich nicht mit Samthandschuhen anfassen und das hier soll auch kein „Mimimimi“ sein! Jede Szene muss selbst wissen, wie wichtig ihr die Unterstützung des eigenen Teams ist. Wenn aber 70% des (hörbaren) Supports aus Hurensöhne etc. besteht, dann hat man entweder ein gewaltiges Problem oder will ein besonderes Image vermitteln. Vielleicht bedient man sich bei uns in der Region aber auch einfach nicht so selbstverständlich der Gossen- bzw. Fäkaliensprache, weil wir einfach nicht aus so einer versifften Stadt wie Heilbronn kommen?

Immerhin galt der lauteste Gesang der Gäste dann zu Beginn der Verlängerung mit „auf geht’s Heilbronn, kämpfen und siegen“ der eigenen Mannschaft. Da machte der Großteil des Gästeblocks auch mal mit. Hätte man vielleicht öfters versuchen sollen… Natürlich wollen wir hier auch die Kampfansage nach Spielende berücksichtigen, als man „und in den Play-Offs schmeißen wir euch raus“ zum Besten gab. Schauen wir mal, ob es soweit kommt; wir wären bereits für das Viertelfinale qualifiziert, ihr habt es quasi selbst in der Hand, ob es wirklich erstmals zu einem Aufeinandertreffen in der KO-Runde kommt… (IPA)

2018 [Ice-Hawks Bietigheim]