Im Gästeblog: Heulbronx 08.02.19

Ausverkauftes Eisstadion im Ellental. Das bedeutet hier eigentlich nur eines: Es steht ein Derby gegen unsere besonderen „Freunde“ aus dem Unterland an. Ob man sich über die große Zahl an Heim- und Gästefans nun freut, oder es wie ich eher so sieht, dass halt wieder ein großer Haufen „Eventies“ in die Arena strömen, das bleibt jedem selbst überlassen. So war es und so wird es immer sein.

Viele Infos über die Anreise der Falkenanhänger kann ich nicht bieten, da ich nicht die Möglichkeit hatte mich mit einem aus dem Gästehaufen zu unterhalten. Ich habe jedoch aufgeschnappt, dass nur „die Treuen“ mit dem Zug kamen.

Zum Einlauf der beiden Manschaften blieb es relativ ruhig auf den Rängen. Wer aber genauer hinsah erkannte da schon: Es kommt noch was. Und das auf beiden Seiten. Nahezu zeitgleich starteten der Gäste- sowie der Heimsektor jeweils eine Choreo. Es gab gleich am Anfang also richtig was zu sehen. Heilbronn konnte mit einer, meiner Meinung nach sehr gelungenen Choreo, bestehend aus einem großen Banner, einem großen Stadtwappen und aufblasbaren gelben Stangen, punkten. Auf dem Banner, welches das ganze Spiel über hängen gelassen wurde, stand zu lesen: „741 A.D. – VILLA HEILBRUNNA“, was die erste urkundliche Erwähnung und somit das hohe Alter der siebtgrößten Stadt Baden-Württembergs wiederspiegelt. Dieses ersetzte somit die sonst üblichen Zaunfahnen und Banner der Kätchenstädter. Mir hat die Choreo, sowie deren Ablauf, alles schien gut koordiniert, sehr gut gefallen. Deshalb ein Lob dafür an dieser Stelle.

Das sonstige Gepäck der Gäste fiel dann, verständlicherweise, nicht mehr ganz so üppig aus. Doch mit Megaphon, zwei Trommeln und fünf Schwenkfahnen, war genug Material am Start um die Kurve über das ganze Spiel am Leben zu erhalten. Wobei es „am Leben erhalten“ auch direkt auf den Punkt bringt. Klar waren die meisten über das ganze Spiel sehr aktiv und klar war es in der Arena deutlich lauter als sonst. Aber der Funke mochte irgendwie nicht so recht überspringen. Beidseitig wohlgemerkt. Vielleicht lag es an mir, aber ich habe die Derbys gegen HN in der Vergangenheit schon emotionaler erlebt. Die Stimmung war irgendwie nicht so aufgeheizt, der Kessel hat einfach nicht richtig gebrodelt.

Jeder mag es für sich selbst wahrscheinlich anders empfinden, doch das Derby hatte schon bessere Zeiten. Mühe hat man sich im Gästesektor stets gegeben. Es ragten Hände in die Höhe, es wurde geklatscht und gesungen, es gab Sitzeinlagen. Aber genauso ebbte der Support immer wieder leicht ab und stieg daraufhin wieder an. Heißt also im Fazit: Es wurde, nicht zuletzt dank der Choreo, schon ordentlich abgeliefert. Aber richtig wild und übermäßig laut waren die Unterländer dann doch nicht. Da geht noch mehr. Mal sehen was in den Playoffs noch möglich ist. Vielleicht sogar ein Derby? Wär ja mal ein Ansporn um etwas mehr raus zu holen. (FM)

2019 [Ice-Hawks Bietigheim]