Im Gästeblog: Garmisch 15.04.18

Bevor wieder irgendein daher gelaufener Mensch, bevorzugt aus einer hessischen Finanzmetropole, keinen Plan hat, und irgendwo im WWW sinnlose Kommentare hinterlässt: Der Gästeblog behandelt einzig und alleine die Gästefans. Es ist vollkommen irrelevant, wie der optische und akustische Auftritt der Steelers-Fans war, sonst würde es ja auch nicht GÄSTEblog heißen! Wir dachten eigentlich, dass man das nicht bei jedem Spiel auf’s Neue erwähnen muss, und soll auch das einzige Mal in dieser Finalserie bleiben!

Zweites Spiel also im Finale und somit erstes Heimspiel für uns. Zwar etwas ungewohnt nach den vier letzten Jahren, als wir immer Heimrecht im Finale hatten, aber das ist schon in Ordnung so. Soll ruhig mal ein anderes Team von der „Pole Position“ aus in die Endspiele starten!

Dieses „andere Team“ ist der SC Riessersee, und steht erstmals im Finale der DEL2, sogar 15 Jahre soll die letztmalige Teilnahme an einem Endspiel her sein. Da muss doch nun unendliche Euphorie herrschen, zumindest im Gegensatz zu unserem Standort, wo ja eine Finalteilnahme von einer nicht unbedeutenden Anzahl an Fans und Zuschauern quasi erwartet wird…

Natürlich war man daher gespannt, was sich am gestrigen Sonntag von der Zugspitze ins Ellental alles aufmachen würde. Die dortige Busorga war wohl im Vorfeld eher skeptisch, anders kann man die Sätze „Wir Fans aus dem tiefsten Süden gehören nicht gerade zu den Reisefreudigsten in der Liga. Aber wenn nicht jetzt, wann dann?“ wohl nicht deuten.

Letztendlich machte sich ein Fanbus auf die Reise und natürlich auch einige Privatfahrer. Beim Einlauf der Spieler war der Gästeblock aber noch erschreckend leer. Das änderte sich zwar noch etwas, aber für die erste Finalteilnahme nach so langer Zeit hätten es ruhig ein paar Weiß-Blaue mehr sein dürfen, die von der Loisach an die Enz gekommen waren.

Im J-Block, welcher übrigens nicht abgesperrt war, fanden sich 130 Werdenfelser ein, dazu kamen noch um die 15 SCR-Fans auf den Sitzplätzen, was in der Summe knapp 150 Gäste ergab. Man verteilte sich durch die fehlende Absperrung über mehr als die Hälfte der Kurve, was natürlich alles andere als kompakt und einheitlich rüber kam durch die riesigen Lücken.

Die aktive Fanszene hatte neben einer Trommel und einem Megaphone noch fünf Zaunfahnen gehisst, dazu gesellte sich etwas später noch ein kleiner Fetzen der „Jokeria“ aus Kaufbeuren, die ja bekanntlich ein langjährige Freundschaft mit den „Blue Supporters Garmisch“ pflegt.

Und siehe da, die aktive Fanszene hatte – ganz im Gegensatz zu unserem Halbfinalgegner – eine kleine Aktion eingepackt, und so verteilte man vor Spielbeginn eifrig weiß-blaue Fahnen, welche dann zusammen mit einem großen Banner in den selben Farben mit den Lettern „Immer weiter!“ präsentiert wurden! Optisch also schon mal ein gelungener Auftakt im Gästeblock.

Und auch der Support wusste anfangs zu gefallen. Trotz der Streusiedlung erreichte man eine ganz gute Lautstärke, was aber überwiegend am ca. 25-30 Personen umfassenden Stimmungskern lag. Selbst durch dem 2:0-Rückstand nach zehn Minuten ließ man sich nicht beirren, und sang zumindest im kleinen Kreis eifrig weiter.

Was dann aber die Scheiße bei McKnight’s offensichtlich schwerer Verletzung sollte, wissen wohl nur diese Herrschaften selbst; wenn überhaupt!? Während die Halle aufgrund der Verletzung in Schockstarre verfiel, hatte ein Teil der Gäste nichts besseres zu tun, als „Scheiß Bietigheim“ inbrünstig zum Besten zu geben, und mit Fahnen in Richtung des in die Kabine begleiteten Spielers zu schlagen! Wahnsinn, ihr seid richtig krasse Jungs!

Dass es sich dabei nicht um einen dämlichen Ausrutscher handelte bewies man dann nach Spielende, als einige dieser Gestalten erneut nichts Besseres zu tun hatten, als die in die Kabine fahrenden Spieler der Steelers zu bepöbeln und neuerlich mit den Fahnen in deren Richtung zu schlagen. Man hätte natürlich auch ausgiebig den Sieg feiern können, aber scheinbar war das/der nicht so wichtig. Muss man nicht verstehen, und verstanden auch zahlreiche Gästefans nicht.

Zwischen diesen beiden scheiß Aktionen lieferte man einen durchaus guten Auftritt ab, vor allem nachdem im zweiten Drittel das Spiel gedreht und vorzeitig entschieden wurde. Mit der Führung im Rücken beteiligten sich immer wieder auch die weiter verstreuten Garmischer am Support, wenn auch nicht durchgängig. Aber wie so oft bleibt eben das Negative in Erinnerung, auch wenn dafür nur ein Teil verantwortlich war. (IPA)

2018 [Ice-Hawks Bietigheim]