Im Gästeblog: Freiburg 26.12.17

Erstmals seit drei Jahren hatten wir am zweiten Weihnachtsfeiertag wieder ein Heimspiel. Und auch wie damals gegen die Eispiraten verteilten die Steelers gestern Abend noch eifrig Geschenke an die Gäste, vornehmlich ab dem zweiten Drittel, sodass es die erste Heimniederlage dieser Saison setzte. Übrigens ebenfalls wie in der letzten Saison gegen den EHC Freiburg, damals aber bereits am 20.11.2016…

Tja, hätte das Fan-Projekt des EHC Freiburg mal lieber einen Bus-Konvoi gestern zu uns gestartet, als am 30.12. zum Jahresausklang nach Ravensburg, denn so langsam mutieren die Gelbfüßler zu so etwas wie einem Angstgegner, beide Spiele diese Saison verloren! Aber immerhin schaffte man es, einen Bus auf die A5 zu schicken, die knapp 40 Mitfahrer durften dabei – ganz nebenbei erwähnt – 30.- € Fahrpreis abdrücken, darf gerne mal mit unseren Preisen verglichen werden!

Zu Spielbeginn sah der abgesperrte Gästebereich – zumindest von der Heimkurve aus betrachtet – richtig gut gefüllt aus. Doch bei näherer Betrachtung konnten doch deutliche Lücken erkannt werden. Letztendlich waren es um die 110 Gästefans im J-Block, plus einige verstreute Sitzplätzler macht zusammen 120 Südbaden(s)er. Nicht wirklich viel für ein Weihnachtsspiel um 17:00 Uhr bei 180 km einfache Anreise, aber auch nicht wirklich wenig. Ja, seit dieser Saison schrauben wir die Ansprüche eher zurück, aus eigener Erfahrung wissen wir, wie schwer es mittlerweile mit „Sprade-TV“ und einer Liga ohne Aufstieg ist, die Leute zum Auswärtsfahren zu motivieren.

Ein Novum in dieser Saison war auch, dass es im Gästeblock zum Intro optisch mehr zu sehen gab, als im Heimblock. Das lag aber weniger daran, dass die EHC-Fans alles verfügbare Material eingepackt hatten, sondern viel mehr daran, dass die Heimkurve ob der Weihnachtsfresserei wohl zu faul war, auch nur annähernd das übliche Repertoire aufzufahren. Um die zehn Schwenker waren es aber dennoch, und zusammen mit den 3,5 Zaunfahnen (der unästhetische, gelb-rote Lappen findet nur bedingt Anerkennung) sah das dann auch ganz passabel aus.

Weniger passabel war dann was der Gästehaufen über weite Strecken des Spiels zum Besten gab. Trotz riesiger Wumme in Reihe eins und den zaghaften Bemühungen von fast Vierziger „Hightower“ war der Support bis zum dritten Drittel nicht wirklich der Rede wert; kaum mehr als 20% Mitmachquote sind jetzt nicht gerade der Brüller, und somit konnte man die Freiburger eigentlich bis dato nie vernehmen. Erst mit dem Ausgleich zum 3:3 in der 43. Minute bzw. dem 4:4 in der 59. Minute erwachten deutlich mehr EHC’ler, und ja, nach dem Siegtreffer in der Verlängerung waren dann tatsächlich alle hellwach und konnten ihr Teams supporten bzw. feiern, wie man es mit etwas mehr Engagement bei der Anzahl auch schon früher hätte tun können/sollen!

In dem Zusammenhang fällt einmal mehr auf, dass der EHC Freiburg zwar über eine stattliche Anzahl von Fans verfügt, aber so eine richtig aktive (und junge) Fanszene kann schon seit längerer Zeit nicht mehr ausgemacht werden. Ähnlich wie beim letzten Gästeblog über Kassel. Zwar wurde uns vermittelt, dass gerade (mal wieder) etwas im Aufbau ist, zu sehen war bis gestern zumindest nichts davon. Die Vermutung liegt nahe, dass auch in Freiburg viele motivierte Jugendliche und jung Gebliebene lieber zum Fußball gehen. Zwar nicht wie in Kassel, aber dafür wie bei uns in Bietigheim kennt man die Problematik, auch wenn es auf den ersten Blick anders erscheinen mag… (IPA)