Im Gästeblog: Frankfurt 29.03.18

Halbfinale! Oder auch Neuauflage vom Finale 2017! Mir persönlich wären zwar die Eispiraten aus Crimmitschau deutlich lieber gewesen, aber die Play-Offs sind eben kein Wunschkonzert. Und die wesentlich kürzere Fahrzeit zu den Auswärtsspielen weiß wohl jeder, der die Steelers auch in der Fremde unterstützen will, spätestens am kommenden Mittwoch zu schätzen…

Mit den Löwen aus Frankfurt verbindet man in Bietigheim allgemein eine (relativ) volle Halle verbunden mit einer großen Anzahl an Gästefans, erst recht in den Play-Offs. Doch in beiderlei Hinsicht wurde die große Erwartungshaltung vieler Einheimischer gestern eines Besseren belehrt. Der Andrang an Steelers-Fans und Sympathisanten war überschaubar, und auch die hessische Fanschar war am gestrigen Abend – für deren Verhältnisse – nicht so ausgeprägt, wie viele erwartet hatten.

Doch das sollte man gleich mal relativieren! Denn immerhin war gestern ein normaler Arbeitstag, eben auch kein Freitag, wo viele früher Feierabend haben oder machen können. Und zu allem Überfluss verreist halb Deutschland am Gründonnerstag nach irgendwo hin, sodass ellenlange Staus vorprogrammiert sind und natürlich auch gestern eintraten. Keine wirklich tollen Voraussetzungen für eine Auswärtsfahrt.

Unter diesem Aspekt sind die insgesamt 220 Frankfurter Gästefans für mein Befinden eine sehr gute Zahl für einen Donnerstag im Halbfinale. Wir wären sicherlich weniger am Main gewesen, verfügen aber natürlich auch nicht über das enorme Fan-Potential der Löwen. Gut 180 der besagten 220 Gäste verteilten sich im Gästeblock, der sehr großzügig mittig abgesperrten J-Kurve. Der Rest fand sich im benachbarten Siztplatzbereich ein.

Im Gegensatz zum letzten Gastspiel der Löwen im Ellental wurde heute für’s Auge leider wenig bis nichts geboten. Neben fünf kleineren Zaunfahnen hatte man nur noch vier Schwenkfahnen im Gepäck, die über den Einlauf der Teams hinaus nur sehr selten zum Einsatz gekommen sind.

Der Support war für mein Empfinden ziemlich enttäuschend und hatte nur sehr wenige Ausreißer nach oben. Das lag in erster Linie daran, dass der kleine Stimmungskern im unteren Teil des Blocks es nur selten schaffte, dass sich die restlichen Gästefans aktiv am Gesang beteiligten. Vielleicht lag es auch daran, dass man mehr als zwei Drittel des Spiels in Rückstand war und somit nicht sonderlich große Euphorie unter den Gästen herrschte? Immerhin stand man mit der Meinung nicht alleine da und wurde auch vom ein oder anderen Frankfurter darin bestätigt…

Ein nette Anekdote gibt’s zum Abschluss aber doch noch: Nach Spielende packte die „Bembel Crew“ ihre wortwörtlichen sieben Sachen und vergaß dabei einen kleinen, erst etwas später aufgehängten Banner an der Brüstung. Wie es sich für vorbildliche Gastgeber gehört, machte sich umgehend ein Mitglied der Bietigheimer Fanszene auf den Weg in den Gästeblock, hing den Banner ab und… übergab ihn den abrückenden und leicht überraschten Jungs der „Bembel Crew“ dann am Nordausgang. (IPA)

2018 [Ice-Hawks Bietigheim]