Im Gästeblog: Frankfurt 28.01.18

Zur Abwechslung gab es am (vor)gestrigen Sonntag mal wieder ein Spitzenspiel im heimischen Ellental. Und im Gegensatz zu manch vorherigen, mit Superlativen dekorierten Begegnungen, hielt die Ansetzung das, was man sich allgemein darunter verspricht, egal ob auf dem Eis oder auf den Rängen.

Nicht ganz unschuldig waren daran die Gäste aus der Mainmetropole, welche neuerlich zahlreich den Weg nach Württemberg fanden. Bereits 90 Minuten vor Anpfiff ‚lungerten‘ einige Mitglieder von der „Bembel Crew“ auf dem Platz vor dem Haupteingang rum, was aber bekanntlich in Bietigheim – im Gegensatz zu einem ein paar Kilometer hinter den urbanen Stadtgrenzen von „FFM“ angesiedelten Verein – kein sonderliches Problem darstellt.

Als Zeichen großer Gastfreundschaft wurde dann auch die Absperrung am Gästeblock ein paar Meter weiter zur Mitte hin verschoben, damit die abgezählten 160 Gästefans ausreichend Platz im Stehblock hatten. Darüber hinaus befand sich auf den Sitzplätzen noch die zu vernachlässigende Anzahl von zehn Löwen-Fans.

Positiv überrascht wurde man dann zum Einlauf der beiden Teams: Ein gutes Duzend größerer Schwenkfahnen kamen im J-Block zum Einsatz, doch damit nicht genug. Nach der Schweigeminute für Werner Frey (Ruhe in Frieden!) kamen zudem noch große, orangene Buchstaben mit dem Wortlaut „immer weiter vor“ im unteren Bereich des Gästeblocks zum Vorschein! Klasse Sache, hat mir gut gefallen!

Doch damit nicht genug. Kurz darauf präsentierte man aus den oberen Reihen noch ein Spruchband mit dem Inhalt „Gemeinsam für den Auf-und Abstieg“. Gute Sache, die hoffentlich innerhalb der DEL2 UND DEL-Fanszenen in den nächsten Wochen noch weiter aufgegriffen wird, und zu gemeinsamen Aktionen führt; ganz unabhängig davon, wie ‚deppert‘ sich ein DEL2-Standort angestellt hat, und wie kleinkariert und ablehnend sich die gleiche Organisation „ohne 2“ verhält.

Das war also schon mal ein sehr guter optischer Auftakt! Bravo!! Der Support in den folgenden 65 Spielminuten enttäuschte mich dagegen über weite Strecken. Unterstützt von zwei Trommeln fing man zwar sehr engagiert und motiviert an, doch wirkliche Lautstärke und Durchschlagskraft erreichten die Fans aus Mainhattan nur sehr selten.

Das vorhandene Potential wurde eigentlich nur nach dem Führungstreffer 140 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit abgerufen. Da machte dann nahezu jeder mit und feierte kurzzeitig das eigene Team, bis eben nach der Auszeit und 50 weiteren, gespielten Sekunden der Ausgleich fiel. Fortan war es wieder überwiegend den Aktiven in den unteren Reihen vorbehalten, das Team anzufeuern.

Also, werte Frankfurter, nicht falsch verstehen… Das war schon insgesamt gut, aber bei 170 Gästefans erwarte ich mir bei einem engen Spiel auf dem Niveau irgendwie mehr Lautstärke. Aber das darf ja jeder sehen, wie er und sie möchte… Positiv, auch wenn man es ja eigentlich nicht erwähnen muss: Keinerlei negative Vorkommnisse, wie immer gute Gäste eben. Und auch kein Bashing gegen unseren Verein und uns Fans ob der ganzen Scheiße mit den Bürgschaften! (IPA)

2018 [Ice-Hawks Bietigheim]