Im Gästeblog: Frankfurt 23.04.17

Den zweiten Anlauf zur Meisterschaft nahmen am gestrigen Sonntag die Löwen aus Frankfurt. Diesmal sollte im Ellental der finale Coup gelingen, nachdem der sicher eingeplante „Sweep“ am Freitag am Bornheimer Hang aufgrund niemals aufgebender Steelers für viele Einheimische überraschend ausgeblieben war.

Während unsereins an besagtem Freitag noch auf dem Heimweg aus der hessischen Metropole war, deckten sich ab Mitternacht bereits zahlreiche Löwen-Fans mit Tickets für die Gästekurve ein. Die Meisterfeier im fremden Gehege wollte sich niemand entgehen lassen. Da aber gleichzeitig auch 400 Tickets vom Fanbeauftragten ‚für alle Fälle‘ geblockt waren, musste alsbald auf die benachbarten Sitzplätze in den Blöcken H, I und K ausgewichen werden.

So kam es dann, dass am Samstag und Sonntag nahezu die Hälfte der geblockten Stehplätze wieder als Rückläufer aus Hessen im Online-Shop der Steelers landete, aber dennoch überwiegend durch Gäste gekauft wurden. Dementsprechend groß war somit auch der Gästebereich im J-Block. Anfänglich aufgestellte Absperrgitter wurden kurzerhand entfernt und das Fanvolk von Main und Enz stellte sich schiedlich-friedlich nebeneinander.

Bereits vor Spielbeginn sangen sich die Gäste eindrucksvoll warm, man konnte die Vorfreude auf den Titel und die daraus resultierende Euphorie unter den ESC’lern förmlich spüren. Zum Einlauf wurden dann bei der „Bembel Crew“ wieder eine Handvoll Schwenkfahnen ihrer Bestimmung zugeführt, bevor anschließend daneben die bewährte Überzieh-Werbe-Fahne präsentiert wurde. Wo war die eigentlich am Freitag?!

Doch mit Spielbeginn wurden die Rollen getauscht. Nun startete der Motor des Heimblocks, während man gegenüber immer ruhiger wurde. Der Grund erscheint mir nicht ganz nachvollziehbar, vielleicht fehlte vielen die sichere/gewohnte/beruhigende Führung im Rücken? Auf jeden Fall wurde es nach dem Führungstor der Steelers – ausgerechnet durch den bei der Starting Six ausgepfiffenen Shawn Weller – auch nicht wirklich lauter und über einen längeren Zeitraum waren nur noch kleinere Gruppen am Support beteiligt.

Auch in Spielabschnitt zwei wurden die vorhandenen Möglichkeiten nur bedingt abgerufen. Zwar stieg der Gästelärmpegel nach dem von ‚Silo‘ vereitelten Alleingang rapide an, um kurze Zeit später wieder für mehrere Minuten während der gut fünfminütigen Videobeweis-Unterbrechung komplett auf Null herabzufallen. Ähnlich wie beim letzten Spiel in der „ETA“ lagen Licht und Schatten somit eng beieinander.

Eine Demonstration ihrer möglichen Stärke bewiesen uns die Löwen sowohl auf dem Eis als auch auf den Rängen dann in den ersten zehn Minuten des dritten Drittels. Das war schwer beeindruckend, nicht nur unsere Cracks auf dem Eis hatten in dieser Phase Probleme dagegen zu halten. Gepusht vom Auftritt der Spieler zogen nahezu alle Gästefans in der Stehplatzkurve mit, und auch große der Teile Sitzplätze stimmten in den Support stehend mit ein, Wow!

Doch auch diesen ‚Spuk‘ konnten wir unbeschadet überstehen und so relativierten sich, spätestens mit der einzigen Strafzeit des letzten Abschnittes und ihrerseits nun famos aufspielenden Steelers, die Verhältnisse, und der Heimblock war wieder Herr im Hause, erst recht nach dem Führungstreffer zwei Minuten vor Schluss, was zur Folge hatte, das auch die zweite Meisterfeier der Frankfurter verschoben werden musste, und die Gäste sich zügig zurück in die drei Busse und Autos, und somit auf dem Heimweg nach Mainhattan verabschiedeten.

Zu den ca. 600 Gästefans im J-Block gesellten sich am gestrigen Abend sicherlich nochmals 3-400 Gleichgesinnte auf den Sitzplätzen, vornehmlich im I-Block, aber selbst gegenüber und im H-Block waren einige bzw. zahlreiche Hessen zugegen. Ob es jetzt summa summarum 900 oder gar 1.000 Gästefans waren, bleibt jedem Betrachter selbst überlassen. Es war auf jeden Fall – ähnlich wie am Ostersamstag – eine imposante Anzahl, auch wenn das enorme Potential nur phasenweise abgerufen wurde. (IPA)