Im Gästeblog: Frankfurt 20.01.19

Es kommt wahrlich nicht oft vor, dass bei einem Steelers-Heimspiel von Seiten der Gästefans bereits im Vorfeld eine Choreographie angemeldet wird. Doch am Samstag, als sich unser Bus auf dem Heimweg von Weißwasser befand, trudelte eben diese Nachricht ein, und sorgte trotz der müden Glieder für Vorfreude auf das gestrige Spiel.

Und tatsächlich, bereits vor offizieller Hallenöffnung wurde seitens der „Bembel Crew“ eine Blockfolie mit dem Frankfurter Stadtwappen im J-Block ausgelegt und dazu ein großes, rot-weißes Spruchband mit schwarz aufgedruckten „Frankfurt am Main“-Lettern an der Balustrade befestigt.

Bilder dazu gibt es übrigens wie immer in unserer Rubrik Szene im Blick, wo wir das Geschehen auf den Rängen bei allen Steelers-Pflichtspielen im Rahmen unserer Möglichkeiten fotografisch festhalten.

Ja, und so wartete man natürlich beim Einlauf der Teams gespannt auf die Umsetzung im Gästeblock. Doch zuerst passierte mal gar nix. Aber dann, kurz vor der Starting-Six-Aufstellung, wurde die Folie von unten nach oben über die Köpfe gezogen und passend dazu im oberen Teil des Blocks rote und unten weiße Folienfahnen geschwenkt, und das auch über gut zwei Minuten.

Generell habe ich vor jeglicher optischer Aktion, die mit Aufwand in der Herstellung verbunden ist, absoluten Respekt. Und die von der „Bembel Crew“ war doch ordentlich, erst recht in Anbetracht dessen, dass man von den Heimspielen der Löwen solche Aktionen eher nicht kennt. Vielleicht hätte man mittels ein paar Plastikrohren noch den „Frankfurt am Main“-Banner etwas höher hängen können, damit man den Schriftzug nicht nur von den höher gelegenen Sitzplatzreihen aus einwandfrei hätte lesen können…

… Aber das auch wirklich nur als Randnotiz. Denn solche Aktionen sind das Salz in der Suppe und lassen auch bei zahlreichen gegnerischen Fans die Herzen höher schlagen. Und mal ganz ehrlich, unser Gästeblock ist doch in jeder Hinsicht für optische Aktionen prädestiniert. Wenn ich da allein an die suboptimalen Gästebereiche nur in Hessen denke, ist das bei uns doch das reinste Schlaraffenland!

Der Gästesektor war – wie bereits eine Woche zuvor gegen Bad Nauheim – sehr gut gefüllt. 150 ESC-Fans hatten sich dort eingefunden, und auch auf den Sitzplätzen waren noch vereinzelt Löwenfans auszumachen, sodass wir gute 160 Fans aus der Mainmetropole zu Gast hatten, darunter auch ein Bus vom Fanclub „Kriftel“ mit etwa 40 Leuten.

Im unteren Bereich versammelten sich wie üblich die Aktiven und versuchten den Support auch mittels einer Trommel zu koordinieren. Dazu hatte man noch drei Schwenkfahnen dabei. Der lange Choreo-Banner blieb übrigens bis zur ersten Drittelpause an der Brüstung, erst danach wurde er durch den Gruppenbanner der „Bembel Crew“ ersetzt. Dadurch wirkten aber die daneben platzierten Fanclub-Banner „Sossenheim“ und „Alles Worscht“ etwas verloren, da sie nicht mehr umgehängt wurden.

Der Support war dann über die 62 Minuten und ein paar Sekunden nicht wirklich atemberaubend. Und bevor jetzt wieder der große Shitstorm aus Mainhattan über mich hereinbricht: Nein, auf der Heimseite war es auch nicht wirklich besser! Aber nochmal: Das tut hier eben absolut nichts zur Sache, denn es ist ein Gästeblog und kein Enztalkurvenblog, und handelt somit einzig und allein von, mit und über die Gästefans bei uns im Ellental!

Für mein Befinden hätte man mehr aus dem relativ großen Gästehaufen holen können. Natürlich wurde es ab und zu mal lauter, bevorzugt nach den drei Führungstreffern, aber irgendwie sprang der Funke hüben wie drüben nicht auf die „Spielgucker“ über. Ergo fehlte halt die Lautstärke, da nur ein kleiner Teil sichtlich bemüht war.

Aber sei es drum, wir sahen gutes Spiel, die Gäste vom Main hatten sich (wie immer) hervorragend benommen, man konnte problemlos beiderseits Kontakte und Freundschaften pflegen und hatte seinen Spaß. Nicht zuletzt auch, weil wir erstmals daheim in Overtime ein Spiel gewinnen konnten. Und Frankfurt war (zumindest teilweise) mit dem Punkt auch nicht soo unzufrieden, immerhin bekam das Team nach den Shakehands noch Applaus aus dem Block, halt von denen, die noch da waren. (IPA)

2019 [Ice-Hawks Bietigheim]