Im Gästeblog: Frankfurt 19.04.17

Mittwoch nach Ostern, Spiel 3 in der Finalserie. Auf der einen (Heim)Seite verbreitet verhaltener Zweckoptimismus, auf der anderen (Gäste)Seite fast grenzenlose Euphorie. So oder so ähnlich könnte man den Gemütszustand in und um die Halle vor dem zweiten, finalen Heimspiel der Steelers gegen die Löwen zusammenfassen. Und nach Abpfiff sollte es nicht wesentlich anders aussehen…

Nach dem ziemlich klaren Heimerfolg der Hessen vom Ostermontag konnte man trotz Wochentag mit einem ordentlichen Gästehaufen im Ellental rechnen und so erblickte man auf dem Parkplatz gegen 18:30 Uhr bereits zahlreiche Fahrzeuge mit hessischem Kennzeichen. Später trafen sogar noch drei Busse mit 125 Personen an Bord ein, sodass die Blockaufteilung in der Gästekurve mit 2/3 Löwen und 1/3 Steelers gar nicht so verkehrt war.

Letztendlich fanden sich in der Halle laut System respektable 480 Gästefans ein, was wir mal großzügig auf 500 aufrunden, so sich tatsächlich noch Frankfurter ein Ticket an der Abendkasse geholt haben sollten, was aber eher auszuschließen ist. Neben 400 Leuten im J-Block konnten somit noch 80-100 ESC’ler auf den angrenzenden Sitzplätzen ausgemacht werden, anhand der Tore und dem Freudengesang nach Spielende war das ja nicht allzu schwer zu erkennen…

Zum Intro gab es bei den Gästen nicht sonderlich viel zu sehen, beim Einlauf wurde mit insgesamt fünf Schwenkfahnen gewedelt, dazu noch zwei Doppelhalter in die Höhe gereckt, fertig. Doch halt… Da war noch was… Nach der Nationalhymne wurde, nennen wir es mal – in Anlehnung an das Spiel am Ostersamstag – eine „Choreo“ gezeigt. Aber, liebe Frankfurter, solltet ihr eine Blockfahne tatsächlich als Choreo auffassen, dann zeigt man diese eben nicht zwei oder gar drei Mal. Andernfalls ist es eben keine „Choreo“, wie man uns aber suggerieren wollte.

Besagte Blockfahne beinhaltet neben dem Aufdruck „Hier kommt der ESC“ auch noch das Signet einer hessischen Tageszeitung. Also wir in Bietigheim pflegen unsere Supportmittel ohne Werbung (und somit Fremdfinanzierung) zu gestalten, aber das nur so am Rande. Da kann ja jeder gerne seine eigene Auffassung haben. Ach ja: Da es hier im Gästeblog aber um genau solche Dinge geht, und nicht um Shut-Outs, Assists und Spieldauerstrafen, soll und muss es eben erwähnt werden.

Während der 60 Minuten gab es in Sachen Gäste-Support Höhen und Tiefen. Beim Stand von 0:2 für die Hessen, und mit einer ebenso 0:2-Serienführung im Rücken dachte ich mir so beiläufig, dass das ganz schön mau ist, was da aus dem J-Block kommt. Hallo? Wo war da diese grenzenlose Euphorie, die man mit einer 4:1-Führung und nach Spielende auslebte? Egal, ob ich 1:0, oder 4:1 führe, mit dem Serienstand im Rücken und dem grandiosen Spiel meiner Mannschaft muss ich doch abgehen wie Schmidts Katze! Erst recht, wenn eine Meisterschaft noch nicht alltägliches ist, wie man z.B. bei uns leider mittlerweile vermuten kann oder gar muss…

Was allerdings dann nach Spielende zelebriert wurde war schon heftig laut. Egal ob Wechselgesang im Stehbereich oder mit dem I-Block, die Abwandlung der „Will Griggs On Fire“-Hymne war beeindruckend. Das lag natürlich auch an der sich leerenden Halle und der nun verständlicherweise ausbleibenden Gegenwehr aus dem Heimblock, was aber die Darbietung dennoch nicht schmälern soll!

Wenn es aus unserer Sicht dumm läuft, ist die Serie morgen Abend zu Ende. Da aber Aufgeben keine Option ist, und eben auch das vierte Spiel erst einmal gespielt werden muss, sind wir guter Dinge uns am Sonntag nochmals zu sehen und somit anschließend hier zu lesen! Wenn dem aber nicht… Ach, lassen wir das, morgen geht’s wieder nach Frankfurt, und danach sieht man sich am Sonntag im heimischen Ellental! (IPA)