Im Gästeblog: Frankfurt 06.04.18

5. Spiel der Halbfinalserie! Nach dem Break am Ostermontag und der vermuteten Niederlage unserer Steelers am letzten Mittwoch, rechnete der hiesige Schreiberling mit einer Invasion vom Main an die Enz für den gestrigen Abend. Denkste! Denn erstens kommt es anders, und zweitens als man eben denkt…!!

Da ein Ende dieser umkämpften Serie am gestrigen Abend durch den Re-Break der Steelers vom vergangenen Mittwoch auf keinen Fall möglich war, blieb auch das erfolgsverwöhnte (Operetten)Publikum daheim, und überließ denen die Auswärtsfahrt, die wohl so oder so nach Bietigheim-Bissingen gefahren wären.

Derer waren es am gestrigen Abend insgesamt 330 Löwen-Fans. 55-60 im Sitzplatzbereich und 270-275 in der J-Kurve. So wenig dort? Ja, in der Tat! Denn die Tatsache, dass man sich aufgrund der fehlenden Absperrung über die Mitte hinaus ausbreitete, bedeutete nicht zeitgleich, dass man auch +350 Gäste dort war. In der Mitte klaffte ein größeres Loch und die ESC-Fans hatten in vielen Bereichen der Kurve doch reichlich Platz zwischen sich selbst.

In Sachen Optik passte man sich den beiden vorherigen Spielen an, und bot erneut so gut wie nichts, keine zehn Schwenkfahnen, dazu die identischen Zaunfahnen, die auch schon bei den ersten beiden Spielen die Brüstung zierten. Hier ist für ein Halbfinale deutlich Luft nach oben, erst recht, da sich bei den beiden bisherigen Heimspielen der Löwen genau das identische Szenario abspielte!

Doch bevor wir nun zum eigentlichen Hauptbestandteil des Gästeblogs kommen, möchte ich an dieser Stelle einfach mal unser eigenes Medium nutzen, um ein paar Dinge zu kritisieren, die mir im Verlauf dieser Serie aufgefallen sind. Ich nehme es gleich vorweg: Jeder hat seine Meinung und darf diese in unserem freien Land auch Kund tun und haben. Wem es nicht passt, was hier so geschrieben wird, der/die braucht es nicht lesen, ganz einfache Geschichte!

Kommen wir erst einmal zu dem, was in unserer Liga zum guten Ton und zur guten Kinderstube eines jeden Hallensprechers gehört: Nämlich die Begrüßung der Gästefans! Sie sind ein absolut wichtiger Bestandteil unserer Eishallen und ein Spiegelbild einer tollen und ausgeprägten Fankultur im (Eishockey)Sport und bringen zudem auch noch nicht unerhebliche Einnahmen in die Kassen der Vereine und Caterer oder sogar der Städte/Gemeinden. Überall, ja selbst in Heulbronx, werden wir als Steelers-Fans in der Fremde mal mehr und mal weniger freundlich begrüßt. Aber man wird wahrgenommen, die Gastgeber danken es einem, dass man die teilweise weiten Strecken auf sich genommen hat. Nur in der ‚Weltstadt‘ Frankfurt hat man das offensichtlich nicht (mehr) nötig!

Das ignorante Verhalten des Rüdiger Storch, so heißt der Hallensprecher am Main, gegenüber den Gästen ist schlichtweg eine Frechheit! Mal ganz abgesehen von seiner kreischenden und keifenden Show, die er jedes Heimspiel abzieht. Die mögen sicherlich zahlreiche Löwen-Fans lieben, weil sie es eben nicht anders kennen, vielen Gästefans, egal aus welchem Verein, geht der Typ einfach nur tierisch auf den Sack mit seiner ganzen Art!

Dann zum zweiten Thema, was vielleicht mal geklärt bzw. erwähnt werden sollte: Die vermeintliche Freundschaft zwischen Fans der Löwen Frankfurt und Bietigheim Steelers… Ich wurde da gestern gleich zwei Mal drauf angesprochen, wann diese denn beendet wurde? Die Frage liegt aufgrund des Verhaltens eines Teils (nicht alle…) der Gästefans auf der Hand. Dazu sollte man einfach mal sagen: Es gab nie eine „offizielle“ Freundschaft. Natürlich gibt es zwischen EINZELPERSONEN beider Fanszenen gute Kontakte, aber die gibt es – zumindest von unserer Seite aus – zu fast jeder Fanszene der Liga. Und nur weil man sich nicht bei jeder Gelegenheit die Schädeldecke einschlägt, heißt es im Umkehrschluss noch lange nicht, dass man eine Freundschaft pflegt. Gegenseitiger Respekt ist hier das Schlagwort, so wie wir es z.B. auch mit Dresden, Crimmitschau, Tölz oder Freiburg pflegen.

Doch dieser gegenseitige Respekt scheint seit dem letztjährigen Finale immer mehr abhanden gekommen zu sein, und das definitiv auf einer Seite, nämlich bei (Teilen von) den Frankfurter Fans. Vielleicht liegt es ja an der vermeintlichen Überheblichkeit der Großstädter, vielleicht daran, weil es ihnen ihr Hallensprecher vorlebt, vielleicht am Meistertitel, vielleicht an drei Niederlagen gegen uns in der KO-Runde, keine Ahnung. Auf jeden Fall benimmt sich ein (großer) Teil der Löwen-Fans bei uns in der Halle anders, als noch vor einem Jahr!

Dies macht sich an diversen Vorkommnissen bemerkbar, es werden Spieler beim Einlauf ausgepfiffen. Ok, Weller motiviert das, wie man ja mehrfach erleben durfte, aber Marcus Sommerfeld? Hat zu viele Tore am Mittwoch geschossen, hmm? Für seine beiden Böcke vom Ostermontag wurde er aber dagegen am Mittwoch nicht gefeiert! Und wenn ein offensichtlich verletzter Spieler mit „Schauspieler“-Rufen bedacht wird, dann hat das auch nicht wirklich mehr viel mit Fairness und gegenseitigem Respekt zu tun.

Wegen mir könnt ihr auch das ganze Spiel „ein bisschen grün, ein bisschen weiß […]“ singen, und wegen mir auch 60 Minuten durchpfeifen und Stinkefinger verteilen, überhaupt kein Problem, kennen wir von einigen anderen Vereinen ja auch. Aber man war das einfach nicht gewöhnt von „FFM“, und bis dato kam von Steelers-Seite dahingehend überhaupt nichts. Gut, vielleicht haben wir es einfach auch nicht nötig, und konzentrieren uns lieber auf uns selbst…

Nicht falsch verstehen, das soll kein „Mimimi“ sein, aber dieser Gästeblog dient eben auch dazu, die (subjektive) Meinung der Fans(zene) wiederzugeben. Niemand muss dieser hier niedergeschriebenen Meinung sein, aber aus Gesprächen heraus weiß ich eben, dass ich mit meinen 2 Cent nicht alleine dastehe, selbst nicht in Frankfurt!

Vom Support und dessen Lautstärke her war das gestern Abend ein ordentlicher Auftritt. Zwar fiel man nach dem frühen 2:0 schnell ins alte Verhaltensmuster zurück und begnügte sich bis zum Anschlusstreffer mit Spielverfolgung, doch danach bis zur ersten Drittelpause hatte man auf dem Eis klar das Zepter in der Hand, was sich dann auch in der Lautstärke und Anfeuerung aus dem Gästeblock widerspiegelte.

Ähnlich verhielt es sich im zweiten Drittel, schnell das 3:1 bekommen, anschließend mühte sich wieder nur noch der kleine Kern der Fanszene am Wellenbrecher um Stimmung. Das änderte sich neuerlich nach dem Anschlusstreffer, folglich hatte man bis zur zweiten Pausen-Sirene wieder bessere Phasen, wo dann teilweise auch eine gute Mitmachquote erzielt wurde.

Drittel drei dann überraschend mehr Höhen als Tiefen im Gästeblock, womit das Prädikat „ordentlich“ verdient wurde. Nach Spielende verweilte noch ein Haufen von ca. 30 Leute im unteren Teil des Gästeblocks und feierte, keine Ahnung wen, dafür war es zu leise, ich vermute mal sich selbst noch zehn Minuten lang, bevor es dann auch für diesen Teil wieder zurück gen Main ging. (IPA)

2018 [Ice-Hawks Bietigheim]