Im Gästeblog: Frankfurt 02.04.18

Ostermontag hat doch irgendwie was von zweiter Weihnachtsfeiertag: Jeder ist (un)heimlich froh, wenn er/sie die Fresserei und die bucklige Verwandtschaft hinter sich lassen kann, und wieder zum Eishockey gehen darf! Für den SCB scheint das aber bei Betrachtung der Auslastung der Halle bzw. der Zuschauerzahl nur bedingt zu gelten, die Eventies waren gegen das Volk aus dem Unterland schon da, das reicht erst einmal wieder…

Aber die Löwen aus Frankfurt hatten Lust auf Auswärtsspiel! Und am gestrigen Spätnachmittag wurden auch die Zweifler vom Donnerstag noch überzeugt, denen die 220 Gästefans nicht genug waren, denn zum Abschluss der Osterfeierlichkeiten reiste mindestens die doppelte Anzahl vom Bornheimer Hang ins Ellental.

Drei Fanbusse und unzählige Privatfahrer machten sich auf die knapp 200 km einfache Anreise. In etwa 350 Löwen-Fans bevölkerten schlussendlich den Gästeblock, welcher übrigens genauso abgesperrt war, wie am Donnerstag. Nicht wirklich logisch, aber so ist das halt bei uns. Erst auf Vermittlung unsererseits wurden Wellenbrecher entfernt, damit Mainhattan sich etwas mehr ausbreiten konnte, der J-Block war eh nicht ausverkauft und umgebracht hat sich auch niemand. Wie immer eben, wenn Frankfurt zu Gast ist, alles im grünen Bereich!

Aber auch im angrenzenden I-Block wurden zahlreiche Sitzschalen mit hessischen (nein, nicht hässlichen!) Hintern belegt, sodass gut und gerne 450 Gästefans am Start waren. Ich kann auch mit 500 leben, denn irgendwie hielt sich die Motivation auch heute noch in Grenzen, das zu zählen, was sonst ja gerne mal der Fall ist bei einem größeren Mob. Aber… Nö!

Die Beflaggung ähnelte stark derer vom Donnerstag. Die „Bembel“-Fraktion hisste diesmal auf Augenhöhe und nahm auch alles nach Spielende wieder mit, soviel sei mal vorweggenommen… Zudem waren noch zwei Trommeln am Start, wobei man sich zwischenzeitlich nicht ganz im Klaren war, wo denn Trommel Nummer zwei zu trommeln hat.

Auch gestern waren kaum mehr Fahnen als vier Tage zuvor am Start, doppelte Anzahl Gästefans = doppelte Anzahl Fahnen. Macht dann zehn statt fünf. Dass die sich bei so einer Masse verlieren, brauche ich wohl keinem zu erzählen. Somit war das Intro erneut nicht der Rede wert.

Besser war dagegen der Support-Auftakt. Nach dem – wie geschildert – enttäuschenden Auftritt von vor den Feiertagen ging man heute mit Spielbeginn (und sogar schon etwas davor) deutlich motivierter zu Werke, und nicht wenige Löwen-Fans stimmte in die Gesänge mit ein. Aber auch diesmal verpuffte das ziemlich schnell…

… Denn mit der Führung für die Heimseite nach acht Minute ebbte der Support deutlich ab, um nach dem 2:0 ein paar Minuten später gänzlich einzubrechen, da kam dann bis zum zweiten Drittel, also eben bis zur 16. Minuten (dank einer erneut kaputt gegangenen Scheibe) nichts nennenswerte mehr.

Doch kurz vor Ende des ersten Drittels und des sofort anschließenden zweiten Drittels keimte Hoffnung auf, der Anschluss ließ die Lautstärke gegenüber wieder ansteigen, allerdings nur für vier Minuten, da dann das 3:1 folgte, und wieder weitestgehend Ruhe einkehrte. Frankfurt halt…

Leider folgte nun der Part zwei mit „Frankfurt halt“. Denn so ruhig sie bei Rückstand auch immer sind, so dolle können sie ja auch feiern, wenn sie führen. Und erst recht, wenn man dank der Dämlichkeit der Hausherren auch noch drei Tore binnen zwei Minuten erzielt, und sechs Minuten später das vorentscheidende 3:5 auch noch nachlegt.

Ja, da war der Gästebereich gut am abfeiern. Minutenlang wurde mit den Kollegen auf den Sitzplätzen ihr „Löwen On Fire“ zum Besten gegeben, hatte ich genauso wenig vermisst, wie den kreischenden Hallensprecher vom Samstag. Aber gut, was willst machen, wenn man sich so deppert anstellt, dann geschieht es einem auch nicht anders!

Der Rest ist echt schnell erzählt, die Gäste ließen in den letzten 20 Minuten auf dem Eis nix mehr anbrennen und somit konnten die Gästefans weiterhin ausgelassen und lautstark feiern. Da störte auch der Anschlusstreffer 25 Sekunden vor Schluss nicht mehr wirklich, denn wer keine Bullys gewinnt, kriegt eben noch eine Kiste (ENG), statt noch einen letzten Angriff zu fahren. Aber egal, hat ja nix mit den Fans zu tun, sondern ist eher Frustbewältigung.

Auf jeden Fall war das über die Hälfte der Spielzeit ein akustisch astreiner Auftritt der Frankfurter Fans, da gibt es nix zu meckern! Aber, wie schon beschrieben, es gab eben auch ein Spiel bevor sich das Blatt überraschend gewendet hatte, und da kam eben erneut nicht wirklich viel, trotz der imposanten Anzahl Mitgereister.

Allerdings wird das den ESC-Fans sicherlich schnuppe sein. Wer so unverhofft zum Break kommt, dem reichen auch 30 Minuten guter Auftritt. Wenn die Löwen morgen gewinnen sollten, was wohl keine allzu große Überraschung darstellen dürfte, dann bin ich auf das Ausmaß der Invasion am Freitag gespannt! (IPA)

2018 [Ice-Hawks Bietigheim]