Im Gästeblog: Dresden 26.03.19

Die undankbare Aufgabe das dritte (Heim)Spiel einer Play-Off-Serie zu kommentieren, wird heute zur Abwechslung von mir abgeleistet. Wer unseren Gästeblog aufmerksam verfolgt, der konnte sich beim letzten Mal an dem Novum erfreuen, dass dieser von einem Dresdner Gastschreiber verfasst wurde. Dieser hatte das auch sehr gut und ausführlich getan, was mir persönlich sehr gut gefallen hatte. Ein Lob von mir an dieser Stelle für den gelungenen Beitrag. Ist halt doch was anderes, wenn der Bericht mal aus dem Gästesektor selbst kommt. Denn wir sind und bleiben halt nur Beobachter aus der Ferne, wenngleich unser Stammschreiberling doch immer wieder, nicht zuletzt durch seine vielen Kontakte quer durch die Szene, mit der ein oder anderen Anekdote oder Hintergrundinfos glänzen kann. Ich muss zugeben, dass es mir da schon erheblich schwerer fällt an solche Informationen zu kommen. Schließlich bin ich ja nüchtern schüchtern ;)

Aber zurück zum Geschehen des heutigen Abends. Ich weiß nicht wie oft ich es selbst schon erwähnt habe, aber an einem Werktag so lange Strecken auswärts zu fahren ist halt kacke. Ich konnte mich selbst ja nur schwer zum Heimspiel aufraffen. Aber es ist nun mal so: Der durchschnittlich engagierte Eishockeyfan überlegt halt zweimal ob er / sie / es sich einen Urlaubstag an einem Dienstag nimmt und quer durch die BRD fährt, um dann am Mittwoch völlig verstrahlt bei der Arbeit mit geistiger Abwesenheit zu glänzen. Und so war es dann doch noch erfreulich, dass immerhin etwa 45 Personen den Gästesektor bevölkerten. Klar kamen nicht alle, sondern nur die wenigsten, aus Sachsen angefahren, aber egal. Zu den tapferen Schlachtenbummlern aus Dresden gesellte sich somit die übliche Schar Exilfans, wobei ein Haufen, nämlich die Eislöwenfangruppe München, auch immerhin noch etwa 250 km anzureisen hatte.

Wer es dann doch von der Elbe an die Enz schaffte, der hatte sich nicht Lumpen lassen und ordentlich Material eingepackt. Die nun schon standardmäßige eigene Abgrenzung des Territoriums in der Kurve geschah wieder fein säuberlich mit den Zaunfahnen. Ebenso die Trommel sowie große und kleine Sportvereinunterstützungswinkelemente fanden ihren Weg zu uns. Und bis auf eine Fahne kamen auch alle während des Spielverlaufs hin und wieder zum Einsatz. Ja richtig bis auf eine Fahne. Denn diese weht bei den Dresdner Eislöwen bekanntlich permanent, also volle 60 Spielminuten durch den Block. Da kommen die Spielunterbrechungen ja erst noch dazu, in denen der wackere Schwenker sich ja auch keine Pause gönnt. So mancher würde da schon nach dem ersten Drittel entkräftet zusammenbrechen. Er und der Trommler waren aber so ziemlich die einzigen, die nonstop Support aufbieten konnten, denn auch der Herr am Schlagwerk war nahezu durchgehend damit beschäftigt sein Instrument zu quälen. Sonst war es eher ein auf und ab der Mitmachfreudigkeit bis hin zur teilweise kompletten Verweigerung dem Gesang gegenüber, was natürlich auch nur einzelne waren. Viel mehr hab ich dazu auch nicht mehr zu sagen. Am Ende war es ja nicht ganz schlecht, was aus dem J-Block geboten wurde, zumindest was die optische Präsenz angeht. Doch wer heute ein großes Repertoire an Eislöwengesängen voller Enthusiasmus und Playoff-Euphorie erwartet hatte, wurde herb enttäuscht. Denn meist blieb es bei „ESC“ Schlachtrufen und Trommelgekloppe. Vielleicht gibt es ja noch ein siebtes Spiel und somit noch eine Möglichkeit in dieser Saison etwas mehr Stimmgewalt ins Ellental zu bringen. Also: vielleicht bis dann! (FM)

2019 [Ice-Hawks Bietigheim]