Im Gästeblog: Dresden 22.03.19

Novum im hiesigen Gästeblog: In einer Play-Off-Serie zwei, drei oder gar vier Mal Berichte aus ein und der selben Feder zu lesen ist ähnlich einschläfernd wie direkt nach einer Zwei-Tages-Übernachtungstour arbeiten zu gehen. Daher – und weil wir einfach mit der Situation, in einem Play-Off-Viertelfinalspiel DAHEIM zu verlieren, überfordert sind – haben unsere Gäste hier nicht nur eine Plattform erhalten, sondern durften diese auch noch selbst mit ihrem Gedankengut füllen. Wir wünschen dennoch, oder gerade deshalb viel Spaß beim Lesen und übergeben das Wort nach Dresden:

Spiel drei der Playoff-Viertelfinalserie zwischen den Bietigheim Steelers aus dem Enztal und den Dresdner Eislöwen aus dem Elbtal stand gestern an. Mangels Buskapazitäten scheiterte das ambitionierte Vorhaben eines großen Fanbusses, dennoch machten sich rund 40 Blau-Weiße aus der sächsischen Landeshauptstadt auf den Weg nach Baden-Württemberg. Die Anreise verlief überwiegend entspannt, das Wetter quasi in bester Reisequalität, einzig bei Heilbronn kam es zu erhöhtem Verkehrsaufkommen. Nun ja – die Leute dort haben Freitag und Sonntag jetzt etwas mehr Freizeit sich rumzutreiben.

Ähnlich wie in Spiel eins am 15.03.2019 bedienten wir uns diverser Utensilien um den Gästebereich möglichst sinnvoll zu gestalten. Mit Teleskopstangen und Gaffa Tape wurde das temporäre Wohnzimmer abgesteckt und mit Zaunfahnen geschmückt. Den Takt im Gästeblock brachte eine Trommel. Der fast Jüngste im Bunde wurde zum Vorturner und -sänger erklärt und der Rest bediente die beiden Schwenker. Hinter der kleinen aber feinen aktiven Szene fanden sich dann auch ein paar singes- und klatscheswillige Gästefans ein, so dass wir zumindest ansatzweise durchweg Support lieferten. Über laut und leise lässt sich in den neuartigen Arenen ja streiten, es reichte aus um die Blöcke um uns zumindest so zu triggern, dass sich der eine oder andere Trashtalk ergab. Die Hüter für Ordnung und Sicherheit in rotem Gewand sorgten mit einer unnötigen 2:1 Präsenz zumindest dafür das wir uns geborgen fühlten. Kritisch müssen wir mit dem Arbeitgeber und einhergehend auch mit dem Auftraggeber umgehen, der sich offensichtlich nicht um die vollkommene körperliche Unversehrtheit seiner Angestellten kümmert, nur mit erheblichen medizinischen Defiziten lässt sich erklären, dass die Security um den Gästeblock überwiegend Handschuhe trug. Durchblutung oder doch was ernstes? Man weiß es nicht. Es wird hier sicher niemand lesen, den es interessiert, aber auch für die Security gilt das dritte newtonsche Gesetz: Actio = Reactio.

Positiv möchte ich noch hervorheben, dass unserem Vorsänger gestattet wurde an exponierter Stelle den Block zu kontrollieren. Leider war das nur 58 Minuten ohne Diskussion möglich. Warum die Rotjacken zwei Minuten vor Ultimo wild wurden, lässt sich nicht abschließend aufklären. Für uns bleibt nur festzustellen: Wer den Gästeblock unmittelbar neben den Ausgang der eigenen Mannschaft ansiedelt, muss mit dem einen oder anderen Kompromiss leben. Zum Glück fand sich noch ein Entscheidungsträger in schwarz ein, der die wilden Wortgruppen seiner Lemminge entkräftete und uns das Spiel in Ruhe beenden lies. Vertrauen erhalten und demzufolge auch nicht enttäuscht. Vielleicht lernt man im Enztal.

Uns gegenüber zeigte sich die Enztalkurve in williger, aber leider mäßigen Form. Eine Woche zuvor glänzte man mit einer 1A-Choreo, gestern zeigte sich ein aktives und engagiertes Zentrum der Kurve, rechts und links daneben hätte man auch vermuten können, beim Altherren-Tennis zu sein. Aber diese Entwicklung kennen wir auch. Sofern sich irgendwo das ultimative Allheilmittel findet, sind wir an der Lösung interessiert. Nebenbei erwähnt: Wenn ihr uns mit euren Nachbarn vergleicht trefft ihr uns so gut wie nicht. Wer in unserer Welt ist bitte Heilbronn? Ihr macht das demnächst besser, da bin ich mir sicher. 😉

Das Spiel darf hier auch nicht fehlen und ist schnell erzählt. Die Trainer schieben alles auf einen Eishockey-Gott. So was gibt es natürlich nicht. Tabellen und Spielberichtsbögen lügen nicht. Gestern waren wir einfach besser. Wichtig auch zu sehen, dass andere außer unsere Paradereihe was zustande bringen, und dass das Bietigheimer Starensemble eben auch nur mit Wasser kocht. Überzeugende Leistung gestern!

In diesem Sinne freuen wir uns auf Spiel in der heimischen EnergieVerbund Arena Dresden und wünschen den Ice-Hawks und den Fans der Bietigheim Steelers am morgigen Sonntag eine entspannte Anreise nach Elbflorenz. (Autor: Lieblingsossi)

2019 [Ice-Hawks Bietigheim]