Im Gästeblog: Dresden 15.03.19

Endlich Play-Offs! Könnte man zumindest meinen… Aber irgendwie interessiert das scheinbar bei uns in Bietigheim bis jetzt nicht wirklich viele, kann man sich ja anhand der gestrigen Zuschauerzahl selbst ein Bild von machen, die deutlich unter deren der letzten Punktrunden-Heimspiele lag. Aber offensichtlich hat das bei uns Tradition, dass beim Start in die „fünfte Jahreszeit“ das Interesse der ‚Normalos‘ erst wieder neu geweckt werden muss.

Und da sind wir dann auch schon beim Gegner dieser Viertelfinalserie, den Dresdner Eislöwen. Nix gegen den Klub und die Fans aus der sächsischen Landeshauptstadt, aber Wunschgegner im Ellental waren sie sicherlich nicht! Ein jeder hat aus unterschiedlichsten Gründen auf das Gefieder aus dem Unterland spekuliert. Vor einem Jahr wollte bei uns niemand das Aufeinandertreffen und wir hatten es bekommen, jetzt wollte es (ein fast) jeder und die Falken sind zu blöd dafür gewesen…

Aber nun genug lamentiert, man muss es nehmen, wie es kommt und somit geht es jetzt ins Geschehen. Aus Elbflorenz war nicht mit vielen Fans zu rechnen. Kein Wunder, wenn man am späten Dienstagabend erst in Heilbronn den Einzug in die Play-Offs klar macht, und drei Tage später schon wieder gut 1.000 km in Angriff nehmen soll, um nun in die richtige Play-Off-Serie zu starten.

Ein großer Bus war in dieser kurzen Zeit daher vollkommen utopisch, immerhin haben es aber zwei 9er-Busse ins Ellental geschafft, dazu noch der ein oder andere PKW sowie 15 Exilfans, was zusammen immerhin 45 Gästefans am gestrigen Abend ergab. Vielmehr werden wir selbst morgen in Dresden wohl auch nicht sein; wie eingangs schon erwähnt: Euphorie sieht anders aus.

Die, die den langen Weg nach Württemberg angetreten hatten, holten aber mal wieder das optische Maximum aus den bescheidenen Möglichkeiten heraus. Der Block wurde vorzüglich mit zahlreichen Zaunfahnen dekoriert, wo auch erstmals Angelruten zur Optimierung der Anbringungsmöglichkeiten genutzt wurden. Das sah schon sehr gut aus. Aber auch in Sachen optischer Support konnte der überschaubare Haufen voll und ganz überzeugen, denn allen Einschränkungen der Hallenverordnung zum Trotz fanden sich gleich mehrere sehr große Schwenkfahnen im Block ein, die über das Intro hinaus zum Teil über 60 Minuten hindurch geschwenkt wurden, klasse Einsatz!

Eine der gleich vier (!) Videobeweis-Unterbrechungen wurde dazu genutzt, sieben große Doppelhalter dem Rest der Zuschauer zu präsentieren, die das Wort Dresden in blau, weiß und schwarz ergaben (Bilder in der Rubrik „Szene im Blick“). Wie ihr also hier gut entnehmen könnt, gab man sich im Gästeblock größte Mühe, die fehlende Masse zumindest optisch zu kaschieren. Denn akustisch war das selbstredend nicht so einfach. Außerhalb dem 9er-Bus der „Outlaws“ hielt sich der Support doch meist in Grenzen, mal abgesehen vom Torjubel. Ok, bei sechs Toren in der Fremde ist man ja mit Jubeln auch schon ganz ordentlich beschäftigt… Man könnte den verbalen Support als stets bemüht bezeichnen, Bäume riss mal natürlich nicht aus, was aber bei der Anzahl auch nicht zu erwarten war.

Sind wir mal gespannt, wie es in der Serie weiter geht, sowohl auf dem Eis, als auch auf den Rängen. Zumindest spielt man bei den Eislöwen mit dem Gedanken, zum zweiten Auswärtsspiel einen großen Bus anzubieten. Auch wenn es aktuell gar nicht so einfach ist, einen (bezahlbaren!) Reisebus so kurzfristig aufzutreiben, davon können wir dieser Tage auch ein Lied singen… (IPA)

2019 [Ice-Hawks Bietigheim]