Im Gästeblog: Dresden 01.02.19

Das muss man sich mal vorstellen: Seit über drei Monaten hatten wir nun kein Heimspiel mehr an einem Freitag. Kann sich echt kein Mensch vorstellen, es gab sogar Leute, die gestern Abend meinten, dass wir um 19:30 Uhr Anpfiff hätten. Aber das lag noch etwas länger zurück und betraf letztmals die Meistersaison.

Ja, des einen Freud, des anderen Leid. Und so war es gestern den Dresdner Eislöwen vorbehalten, sich über gut gefüllte Autobahnen die knapp 500 Kilometer von der Elbe an die Enz zu quälen, während unsereins sich dem schwäbischen Leitmotto „schaffe, schaffe, Häusle baue“ bedienen konnte; und nach Monaten freitags mal wieder was fürs (etwaige) Gleitzeitkonto tun durfte.

Dresdner Eislöwen und Fanszene ist derzeit so ein schwieriges Thema. Bei Facebook würde wohl im Beziehungsstatus stehen „es ist kompliziert“. Da gibt es einerseits die junge und dynamische Fangruppierung „Blue White Crew“ (BWC) und andererseits die schon lange etablierte Gruppe „Outlaws Dresden“.

Von beiden Gruppen war gestern niemand im Ellental vor Ort. Zumindest bei „BWC“ liegt es daran, dass so ziemlich genau seit dem letzten Gastspiel bei uns die Spiele der ersten Mannschaft aufgrund eines Stadionverbots boykottiert werden und man stattdessen zu allen Spielen der Amateure / des Stammvereins geht.

Dementsprechend war gestern in Sachen Optik und Akustik Schmalhans Küchenmeister. Selbst der sonst so omnipräsente Fahnenschwenker, ja der, der immer die kompletten 60 Minuten seine Fahne durchgehend schwenkt, egal ob daheim oder auswärts, war nicht auszumachen…

… Da dachten wir schon, er hätte seinen ‚Job‘ an den Nagel gehängt, nachdem er beim letzten Derby in Weißwasser, als er Fahne schwenkend eine Runde durch die Lagerhalle drehen wollte, hinter der Heimkurve aber unsanft gestoppt wurde und sein Heiligtum unfreiwillig den Besitzer wechselte.

Doch kurz nach Spielbeginn traf noch eine Autobesatzung aus dem fernen Sachsen ein, und siehe da, der Herr mit (neuer) Fahne war am Start und kam seiner Berufung bis zum Spielende neuerlich nach. Was auch das einzige optische Highlight war, sieht man mal vom Banner der „Cattivo Boys“ (Sektion Heilbronn) ab.

Die insgesamt 25 Gästefans verteilten sich im kompletten Gästeblock und somit war auch nicht wirklich mit einem organisierten Support zu rechnen. Im Gegenteil, bis auf ganz seltene kurze Schlachtrufe blieben die Gäste unauffällig. Aber immerhin waren welche anwesend, was ja bei der Entfernung auch nicht selbstverständlich ist.

Zum Bedauern des Schreiberlings musste sein ‚Lieblings-Ossi‘ und zugleich Fanbeauftragte der Eislöwen leider kurzfristig aus beruflichen Gründen passen, und somit blieb der sonst bei dieser Paarung übliche Smalltalk leider aus, was zu einer tiefen Depression führte, welche mittels fortschreitender Bieraufnahme bis weit nach Mitternacht bekämpft wurde. (IPA)

2019 [Ice-Hawks Bietigheim]