Im Gästeblog: Bayreuth 01.03.19

Freitagabend, letztes Heimspiel der Hauptrunde. Auf dem Eis ging bzw. geht es für beide Teams noch um sehr viel. Und trotz dessen, dass der Gegner Bayreuth hieß, was in den letzten drei Heimspielen für Tristesse im Gästeblock sorgte, waren richtig viel Emotionen vorhanden. Und das hatte sogar gleich mehrere Gründe.

Wie schon angedeutet, die Auftritte in dieser und der letzten Saison der Bayreuther Fans hatten im Ellental weiß Gott keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, addiert keine 50 Gästefans in drei Heimspielen sprechen da eine deutliche Sprache. Aber seit dem letzten Wochenende und dem deutlichen Sieg in Crimmitschau wittert man wieder Morgenluft in der Wagnerstadt, die Pre-Play-Offs sind zum Greifen nah, da könnte doch mal was gehen, auch wenn die aktive Fanszene um die „Mainkurve“ weiterhin Spiele in Mitterteich, Regen, Würzburg oder aktuell in Inzell mit dem Team des Stammvereins bevorzugt, und den Boykott gegen die GmbH bis auf Weiteres fortsetzt.

Ja und dann hatte das heutige Spiel ja auch noch eine kleine Vorgeschichte und, natürlich für die Heimfans, zwei emotional auch noch sehr bewegende Momente, denn am gestrigen Abend wurden mit Bastian Steingroß (vor dem Spiel) und Marcus Sommerfeld (nach dem Spiel) zwei echte Steelers-Haudegen zumindest schon mal offiziell nach jeweils sieben erfolgreichen Jahren in Bietigheim ergreifend in den Ruhestand verabschiedet.

Doch beginnen wir beim letzten Auswärtsspiel der Steelers in Bayreuth. Während des Spiels wurde im Gästeblock ein Spruchband mit folgenden Lettern gezeigt: „Vom gelb-schwarzen Tiger zur grauen Maus der Liga“. Eine Anspielung auf die Änderung des GmbH-Logos von den ursprünglichen gelb-schwarzen Vereinsfarben zu einem grau/schwarzen, neuem Konstrukt, was ja auch in der Bayreuther Fanszene für viel Wirbel und Ablehnung sorgte. Das Spruchband kam bei den „GmbH-Boykottierenden“ ziemlich gut an und beim verbliebenen Rest im Stadion eher weniger gut.

Seitdem die aktive Fanszene um die „Mainkurve“ die Spiele der ersten Mannschaft nicht mehr besucht, ist die Stimmung oftmals sehr überschaubar, aber als das besagte Spruchband entziffert wurde, ging mam förmlich aus sich raus, und konterte mit „Hurensöhne Bietigheim“-Gesang. Und freute sich diebisch über den Sieg an dem Abend. Dabei hatte das Spruchband keinerlei sportliche Wertung vermitteln sollen…

Gestern Abend danm die Überraschung: Es hatten tatsächlich mehr Gästefans die 280 km aus Oberfranken nach Württemberg in Angriff genommen, als in den letzten drei Spielen zusammen, Wow! 55 Tigers-Fans fanden sich im Gästesektor ein und hatten sogar ein mit Edding bemaltes Tischtuch mit der Aufschrift „die graue Maus ist wieder da“ in den Block gehängt.

Doch damit nicht genug. Sogar ein Spruchband hatte man eigens für das Spiel mit identischem Spruch gemalt, was aber erst einmal von der Feuerwehr konfisziert wurde, aber dann doch – zu Beginn der Ehrung vom Bastian Steingross – wieder in den Gästeblock zurück gegeben wurde.

Der Gästeanhang präsentierte sogleich sein faszinierendes Machwerk. Nur in der Halle interessierte das so ziemlich niemand, da alle auf dem Würfel die Hommage an den Spieler verfolgten. Um der Aussage Nachdruck zu verleihen wurde auch noch von einem Teil etwas gesungen, was in der Situation ziemlich unpassend war, aber selbst davon nahm (bis auf eine Ausnahme) niemand vom heimischen Anhang so wirklich Notiz.

Die in jener Situation vergeudete Energie hätte man besser während der 60 Spielminuten eingesetzt, denn da war trotz Trommel und Megaphonemann reichlich Luft nach oben. Aber dennoch bleibt positiv anzumerken, dass dieses Mal deutlich mehr Aktivität von den Bayreuther Fans ausging als noch in den letzten Aufeinandertreffen.

Zwar verzichtete das Gästeteam nach Spielende darauf, sich beim eigenen Goalie zu bedanken, nicht aber bei den mitgereisten Fans, denn man fuhr nach den Shakehands kurz in Richtung Gästeblock, wo man sich gegenseitig applaudierte und dann jeweils ohne weiter Erwähnenswertes die Heimreise antrat, während der Heimanhang Marcus Sommerfeld feierte, als er symbolisch vom Eishockeyspieler zum Feuerwehrmann umgewandelt wurde. (IPA)

2019 [Ice-Hawks Bietigheim]