Im Gästeblog: Bad Tölz 05.10.18

In den ersten vier Heimspielen der noch jungen Saison sind wir in Sachen Gästefans ja durchaus verwöhnt worden, die Auftritte waren quantitativ und/oder qualitativ allesamt zumindest ordentlich. Dass sich das irgendwann ändern würde, war absehbar, und spätestens beim Blick in den Spielplan war klar, dass beim gestrigen Heimspiel Tristesse herrschen würde…

… Und das nicht nur, weil zum dritten Heimspiel binnen sechs Tagen immer weniger Heimfans die dann echt überdimensioniert wirkende Halle bevölkerten, sondern auch, weil mit den Tölzer Löwen ein Gegner mit den so ziemlich ‚reisunfreudigsten‘ Fans auf der Agenda stand. Gibt es das Wort „reiseunfreudig“ überhaupt? Reisefreudig ist im Duden aufgeführt, die hier angewandte Buchstabenzusammensetzung nicht.

Ist aber auch egal, sollte dieses (Un)Wort jemals irgendwo offiziell eingetragen werden, dann sicherlich mit dem Synonym bzw. artverwandten Wort „Tölzer-Löwen-Fans“! Ja, das hört sich jetzt wieder überheblich und gehässig an, aber 15 (fünfzehn) Gäste sind bei 310 km einfache Anfahrt schon extrem wenig, wie wir finden.

Auf der anderen Seite freuen wir uns selbstredend, dass die 15 ECT’ler überhaupt die Reise ins Ellental angetreten haben, ehrlichen Respekt dafür an euch! Aber warum gibt es nicht mehr Interessierte? In der letztjährigen Premierensaison in der DEL2 waren es ja mit 15 bzw. 19 Leuten auch nicht wirklich mehr Fans aus der Kurstadt, die zu uns ins Württembergische gekommen waren.

Damals hatte die kleine aktive Szene wenigstens noch zwei Zaunfahnen und ein paar Schwenkfahnen dabei, aber auch dahingehend war gestern absolut nix vorhanden, keine Fanszene, kein Material. Und so bot sich über die 60 Minuten ein absolut trostloses Bild in der – wie schon erwähnt – eh schon erschreckend leeren Eishalle.

Die wenigen Mitgereisten regten sich während des Spiels genau fünf Mal: Drei Mal davon logischerweise nach den eigenen Toren, einmal wurde anerkennend geklatscht, als die Heimkurve „ihr seid scheiße, wie der HEC“ zum Besten gab, und ein letztes Mal nach den Shakehands, als man dem eigenen Team trotz der Niederlage Applaus zukommen lies.

Wir werden diese Saison auswärts wohl auch keine riesigen Bäume ausreißen, erst recht nicht von November bis Weihnachten, wenn wir jedes Wochenende freitags in der Fremde spielen müssen, was bei dem Verkehr im Jahr 2018 ja wirklich keinen Spaß mehr macht. Aber, wir spielen auch schon seit Menschengedenken in dieser bedingt lukrativen Liga. Als letztjähriger Aufsteiger und nach acht Jahren Abstinenz in der zweithöchsten Spielklasse erwartet man gerade von so einem traditionsreichem Verein einfach mehr Euphorie und Unterstützung seitens der Fans – eben auch in der Fremde. (IPA)

2018 [Ice-Hawks Bietigheim]